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Blog-Kommentare: Seid dem Autor ein guter Gesprächspartner

Kai Thrun Bloggen 12 Kommentare

Es ist durchaus möglich, dass sich das Thema „Kommentieren in Blogs“ noch zu meinem Lieblingsthema entwickelt. Wer Tipps benötigt, wie man mehr aus Kommentaren herausholt und welcher Aufwand erforderlich ist, wird hier im Blog sicher fündig.

Ein guter Gesprächspartner ist schwer zu finden (Foto: gcbb / Flickr)

Aber was ist eigentlich das Problem mit den Kommentaren im Blog? Die Diskussionen verlagern sich in die Social Networks, weil dort angeblich besser kommentiert werden kann. Was ja eigentlich völliger Stuss ist, also objektiv und technisch gesehen. Es macht ja keinen Unterschied, in welche Textarea ich einen Text eintippe.
Das Problem rührt meiner Meinung nach aus einer ganz anderen Ecke. Vor Jahren gab es einen „SEO“-Tipp. Kommentiere in Blogs, um Links zu generieren. Und so begannen alle fröhlich, für einen Link, in Blogs zu kommentieren. Die Qualität sank und sank, bis wir beim Status quo angekommen sind, wo ich manchmal nicht mal mehr unterscheiden kann: ist der Kommentar echt oder Spam?

Kommentieren als Link?

Es ist so ziemlich die unangebrachteste Zielsetzung einen Kommentar in einem Blog zu hinterlassen. Es geht aber gar nicht um NoFollow oder DoFollow Links, es geht viel mehr darum, in welchem Licht ich mich selbst präsentiere. Natürlich gibt es Typen, die hinterlassen eben nie mehr als 2 Zeilen. Das ist eben so, das ist deren Stil und sie sind aber ggf. Stammleser. Wenn ich fremd in einem Blog bin, sollte ich einen qualifizierten Kommentar hinterlassen, der auch widerspiegelt, dass man sich mit dem Text auseinandergesetzt hat. Denn das ist ja nun die eigentliche Wertschätzung gegenüber dem Autor – unabhängig der Meinung.

Die richtige URL

Wenn ihr schon euren Link platzieren möchtet, weil es thematisch passt, dann nehmt für den Kommentar die richtige URL. Die eures Blogs / Domain und nicht die des Artikels. Dies wirkt in der Regel nach Spam, auch wenn es keiner ist. Ich mache mir oft den Spaß, den Kommentar freizuschalten aber die URL vorher zu löschen. Ihr kennt daselbst, ihr werdet euch schwer damit tun, einen Kommentar mit Link zu wiemansuperschnellgeldiminternetverdient24.de.vu freizuschalten.

Reputation

Es ist ähnlich wie beim Bloggen auch. Umso länger man sich auf einem gewissen Niveau äußern kann, ohne dabei über die Stränge zu schlagen, umso besser kommt man in Fahrt und wird wahrgenommen. Dies ist bei Kommentaren nicht anders und ggf. ein gern gesehener Gast in diesem Blog. Dass einige Leser abfärben und evtl. den eigenen Blog abonnieren, ist ein logischer Schritt.

Viel wichtiger als der Link, den man im Visier hatte, ist es doch, ein gern gesehener Gast zu sein. Gern gesehene Gäste können nämlich auch die fremde Bühne betreten – und dann gibt es sogar Backlinks – durch einen Gastartikel zum Beispiel. Was langfristig mehr Wert ist.

Kommentare 12

  1. Smolli

    Ach die lieben Kommentare. Wenn ich mich so umschaue, dann habe ich das Gefühl, dass aktive Teilnahme an Blogs eher einigen gut besuchten Blogs vergönnt ist, die kleineren Blogs gehen gerne leer aus.

    Warum das so ist? Ein Kommentator bleibt nicht gerne alleine, vermute ich. Ist wie bei einem Restaurant. Keiner geht gerne dahin, wo keiner ist, also bleibst auch leer. Sind zumindest ein paar Gäste da, dann folgen auch weitere und zack, ist die Bude voll.

    Die Kunst ist also wenigstens die Bude ein bisschen aufzufüllen, weswegen gerne Fake-Kommentare genommen werden. Mir persönlich ist das zu albern. Dafür werden meine Gäste sehr individuell betreut

    Übrigens, jeder der bei mir nichts sinnvolles beiträgt oder einen Deep-Link einbaut, wird eiskalt gelöscht. Da bist du wesentlich toleranter.

    1. Beitrag
      Autor
      Kai Thrun

      Die Tolleranzgrenze ist sicherlich unterschiedlich, aber das soll auch jeder für sich entscheiden. Letztlich muss ich ja aus Blogautor mit dem Leben können, was in meinem blog passiert oder eben nicht.

      Das Gefühl mag so sein, aber es liegt ja an einem jeden selbst, diesen Umstand zu verändern. Ich kann ja nicht immer warten, bis andere eine Diskussion starten oder den ersten Kommentar setzen. Wobei den ersten Kommentar ich sehr gern mitnehme

      Der Analogie mit dem Restaurant stimme ich dir zu. So ist es oft.

  2. Siegfried

    Vielleicht noch was, mal von der anderen seite gesehen: Es macht mehr Spaß, zu kommentieren, wenn vom Author oder ggf. auch von anderen Kommentatoren eine Reaktion kommt. Wenn sich also eine Diskussion entwickelt.

    Dass Kommentieren in vielen (nicht allen) Blogs ganz schön kompliziert ist, ist leider eine Tatsache. Das hängt zusammen mit Spamschutz, Captchas und Dergleichen. Ob das bei Facebook besser ist, weiss ich nicht, da ich dort keinen Account habe

    1. Beitrag
      Autor
      Kai Thrun

      Naja aber wenn nichts los ist, muss irgendwer den ersten Schritt gehen. Wenn es vielleicht ein paar mehr (wieder) machen, ist man nicht nur unter Gleichgesinnten, sondern hat auch mehr Diskussionen

      1. Siegfried

        Klar. Aber in einem Blog macht i.d.R. der Author diesen Anfang. Das Problem ist eher, dass Jemand darauf aufmerksam wird. Hier hilft manchmal Rivva. Ansonsten hilft hauptsächlich die gegenseitige Verlinkung.

  3. Jonathan

    Hi Kai,

    danke für Deinen Post! Du gibst darin eine Menge Anregungen:

    ich denke, es macht sehr wohl einen Unterschied in welche Textarea ich einen Text eintippe.
    Egal was ich bei Facebook poste oder über Twitter teile, wird es in der Regel morgen schon vergessen sein und im Nirvana der Timeline verschwunden sein.

    Kommentare auf Blogs hingegen sind in gewisser Weise ewig. Blogging bietet dazu die Möglichkeit sich individuell auszudrücken. Das gilt für Autor und Kommentator. Und gerade auf Facebook geht der Individuelle gerne mal bei über 900 Millionen Anderen gnadenlos unter.

    Ein gelungener Blogpost beinhaltet eine konstruktiven Meinungsaustausch über die Kommentarfunktion zum Beitrag. Was beim Schreiben von Beiträgen gilt, gilt gleichermaßen beim Kommentieren von Blogbeiträgen: “Wenn du nichts zu sagen hast, dann sage auch nichts!”

    Und wenn dann doch mal etwas Müll dabei heraus kommt, ist es auch nicht schlimm. Denn ich bin mir sicher, dass ein leidenschaftlich betriebener Blog ebenso leidenschaftliche Leser anzieht. Die Spamm-Kommentare werden in einer solchen Blogleidenschaft einfach untergehen, wie seine Artverwandten dies bereits auf Facebook tun – frei nach dem Motto “die Timeline ist zum untergehen da!” werden Blogspammer ebenfalls in der Blüte eines guten Blogs untergehen.

    Lieben Gruß,
    Jonathan

    1. Beitrag
      Autor
      Kai Thrun

      Hallo Jonathan,

      so ist es gewollt. Jeder soll für sich dass mitnehmen, was er mitnehmen möchte.
      Streng genommen wird es einen Unterschied machen, dass ist richtig – rein von der Funktion jedoch weniger. Vielleicht sollte man für Kommentare in Blogs wieder etwas mehr Grips walten lassen.

      Insgesamt mag ich dir zustimmen, dass es einen Unterschied gibt. Die Frage ist eben, inwieweit man selbst vielleicht seine Routinen überdenkt. Zumindest ist es mein Ziel gewesen, diesen Gedanken anzustoßen. Was letztlich dabei rauskommen wird, kann man ohnehin nicht mehr beeinflussen. Was ich bei Facebook allerdings viel schlimmer finde, dass dort scheinbar die Hemmschwelle niedriger ist. Vermutlich eben auch wegen dem „Verschwinden“

      Liebe Grüße,
      Kai

  4. Jonathan

    Hi Kai,

    ich glaube ähnlich wie Du, dass die Hemmschwelle für sinnbefreite Ergüsse bei Facebook teils garnicht besteht. Bei Facebook sind die User zu Hause. Sie fühlen sich privat, als würden sie mit ihren Freunden, Kollegen oder Geschwister auf der Couch herrumalbern. Da fallen oft Kommentare und Sprüche, ohne großartig nachgedacht zu werden. Hier zählt nur die Beteiligung an sich, der spontane Gedanke, wenn auch nicht immer tiefgründig. Etwas sagen zu können, dass wenig Aussage über den Context verliert, ohne dabei durch gesellschaftliches Urteil zerrissen zu werden – das beschreibt Zusammengehörigkeit.

    Auf Blogs ist es anders – hier bin ich Gast, bewege mich quasi öffentlich. Auf Blogs achten Besucher insgesamt etwas aufmerksamer auf ihre Wortwahl. Blogger, die Deine angesprochene SEO-Maßnahme in Kommentaren glauben gefunden zu haben, werden durch durch einen schwachen Link belohnt, den sowieso kaum jemand folgt. Warte…, doch – Google. Ziel erreicht, nächster Blog!: Copy&Paste – Kommentar abschicken. Weiterziehen…

    Diese Blogger, die für Seo-Zwecke andere Blogposts durch fragwürdige Kommentare zumüllen, haben das Potential von Social Media einfach nicht erkannt. Blogs sind Teil von Social Media und wer ernsthaft daran arbeitet seine Web-Popularität zu erweitern, sollte Social Media als Sprachrohr seiner Angelegenheiten betrachten. Hierbei sollte der eine und die andere sich vielleicht mal Gedanken darüber machen, warum Chancen nicht ergriffen werden, wenn Gelegenheit bestehen, sich vor einem großen Publikum zu beteiligen!? – Die Gelegenheiten werden nicht erkannt.

    Lieben GrußHi Kai,

    ich glaube die Hemmschwelle

    1. Jonathan

      Kai, magst du den die letzten beiden Zeilen aus mein vorigen Kommentar löschen? Hinter „Lieben Gruß“ …

      Da ist mir etwas durch das Vorschreiben hineingerutscht.

      Diesen Kommentar bitte löschen. THX

  5. Siegfried

    @Jonathan: Der Witz dabei ist: Wer kommentiert, weil er Interesse an der Sache, am Thema hat, der wird dadurch indirekt auch seine Web-Popularität positiv beeinflussen. Wer kommentiert, um damit seine Web-Popularität zu beeinflussen, wird selbige damit eher negativ beeinflussen.

    In einem alten Sprichwort heisst es: Geben ist seeliger denn nehmen. Das gilt im Internet auch. Wer ohne Gedanken an ROI einfach gibt, der wird auf Dauer mehr bekommen, als er gegeben hat. Um das mal auf die Kommentare zu fokussieren: Wer ohne Gedanken an Web-Popularität einfach was zur Sache beiträgt (=gibt), der wird auf Dauer am ehesten Web-Popularität gewinnen.

    Ist ein wenig paradox, aber ich denke, so ist es

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