Google+ will mit Unterhaltung fett werden

geschrieben am 11.August 2011


Google hat für das PlusProjekt bekannt gegeben, dass Spiele in der nächsten Zeit Einzug erhalten werden. Zum Missfallen vieler, dass Google+ demnächst zu einem 2. Facebook verkommen könnte. Ich denke nicht, dass dies passieren wird. Google hatte genug Zeit um Nervfaktoren innerhalb anderer Netzwerke zu identifizieren. Durch de Einwegbeziehung bleibt auch der Stream/News Feed etwas sauberer. Die Spiele den Business-Seiten vorzuziehen ist kein dummer Gedanke.

G+ Games bekommt einen eigenen Tab

Google benötigt eine kritische Masse. Eine Masse, die im Zahlenverhältnis zu anderen Netzwerken für Unternehmen interessant wird. Diese Masse schuppst man sich nun mal über die primitivste Art und Weise des Menschen ins Netzwerk: Spielen. Jedoch ist neben dem Spielen ein weiterer Unterhaltungsfaktor bereits vorhanden: Youtube! Man könnte sogar soweit gehen und sagen, dass die GIFs zum Unterhaltungswert des Netzwerkes beitragen. Es geht darum die Nutzungszeit zu erhöhen, meine Gewohnheiten zu lösen und neue Knoten für die Synapsen bereit zu stellen. Ich kann mir demnächst also auf Google+ nicht nur tolle Videos anschauen ohne die Seite zu verlassen, ich kann dort auch Angry Bird, Sudoku oder SillyconVILLE spielen. Sofern ich das möchte.

Natürlich wird Google+ früher oder später auch Geld in die Kasse spülen wollen. Zumindest gehe ich in Moment davon aus, dass man das Bannersystem irgendwann implementieren wird, um einfach in Adwords Google+ als Ort mit anzuklicken. Google hat den Vorteil nicht gezwungen zu sein, dass Projekt zu monetarisieren. Das erforderliche Personal sitzt bereits im Unternehmen.

Sollte Googles Rechnung aufgehen, so wird der Besucherstrom demnächst anziehen. Mit 25 Mio Accounts sind die Influencer, PR-Vögel und Social Media-Hippies bereits versammelt, die nächste Schicht des Userstammes gilt es abzutragen. Streng genommen sind die »1st Generation User« ja keine early adopter sondern Innovators. Somit befindet sich Google nun in der Position mit 25 Mio „Early Adopter“ die früher Masse zu erreichen (early majority). Diese Phase wird bekanntlich länger dauern, was Google etwas Zeit verschafft um die Business-Seiten zu kreieren.

Mit dem Launch der Geschäftsseiten bieten sich bis dahin wundervolle Möglichkeiten für den Konzern. Google kann sehr lange zuhören und … „give the people what they want“. Die Argumentationsstärke ist eine Andere. Es liegt auf der Hand. 25 Mio User sind toll, 250 Mio Nutzer sind toller. Wenn ich diese Masse dann mit Fallbeispielen von Dell, Coca-Cola und BestBuy anfüttere, könnte daraus ein guter Selbstläufer werden. Es wird auch (vermutlich leider) für die betreuenden Agenturen einfacher werden gegenüber dem Kunden zu argumentieren.

Ich habe offen gestanden auch nicht mit dem Schritt der Spiele in einem so frühen Stadium gerechnet. Auch wenn der Schritt den Heavyusern nicht gefallen wird, weil man das Schlimmste befürchtet – es ist ein feiner Zug von Google.