iMac voraus

geschrieben am 22.Mai 2010


Es ist vollbracht. Der iMac steht auf dem Tisch. DA IS DAS DING! Da ein Kauf eines solchen Gerätes irgendwie für Gesprächsstoff sorgt, möchte ich für die, die noch am Überlegen sind, meine Impressionen schildern. Meine Überlegungen gehen gute sechs Monate zurück. Seit daher spiele ich mit dem Gedanken den „Umstieg“ zu wagen. Die Entscheidung kam also nicht so schnell, wie es einige aufgefasst haben.

Ausgangslage

Der Gedanke sich einen Mac, in welcher Form auch immer zu zulegen, kam mit dem iPhone. Ich hatte schon öfters mit @chr1spy den Gedanken gemeinsam in die App-Entwicklung einzusteigen. Wir haben beide keine Ahnung davon, daher ist ein gemeinsamer Weg gar nicht so unklug.
Ich habe dann ein wenig herumexperimentiert und bin im Winter irgendwann wieder vor dem Gedanken gespielt. Ich entschloss mich ein Dualbootsystem aufzusetzen und auf der 2. Platte ein hackint0sh laufen zu lassen. Ja einmal Buh bitte. Danke. Reicht auch.

hackint0sh

Der Zwischenschritt für ein hackint0sh war nicht zu sehen, dass OSX auch auf dem PC läuft. Ich stellte mir die Frage, ob OSX überhaupt ein Betriebssystem ist, welches zu mir und meiner Arbeitsweise passt. Ich kann mich darain erinnern, das DOS 5.22 3 Disketten hatte und das erste Windows 95 schlappe 14 Disketten benötigte. Ich bin die letzten 20 Jahre auf PC gefahren. Aber irgendwas muss ja dran sein, warum die überwiegende Zahl von OSX und Apple begeistert ist. Ich mache mich also ran, OSX als hackint0sh für 8 Wochen zu testen. Denn ich wollte ja nun sicher sein mein Geld nicht vollends aus dem Fenster zu werfen. So tat ich es dann auch. Geholfen haben aber auch durchaus Gespräche mit objektiven Apple-Usern. Im Rahmen der CeBIT mit @Wissenssucher, seit Jahren mit @mcmatten und immer gern beim Bierchen mit @cuseeme. Danke für eure Zeit Jungs.

Beweggründe

Die Beweggründe für einen Wechsel sind so individuell, wie die Personen die davor sitzen. Im Zuge der letzten Monate, wenn nicht gar Jahre, bin ich es leid geworden. Früher habe ich in autoexec.bat-Dateien rumgefummelt, um einige Kilobyte an Arbeitsspeicher zu bekommen. Wobei ich sagen muss, Quake1 in den RAM zu laden und es daraus zu spielen – es hatte schon Stil. Die Zeiten sind aber vorbei. Ich sehe mein Computer als Arbeitsgerät. Ich möchte weder in Configs schrauben noch mich mit anderen Themen beschäftigen, die mich nichts angehen. Ich möchte mich auf das fokussieren, was mir Spaß macht und oder ich gerade für wichtig halte.

Die Frage war also: spare ich dadurch Zeit? Diese Frage kann ich noch nicht beantworten, aber Apple hat mich zumindest zum Kauf überzeugt. Ausschlaggebend war ein Werbevideo. Das Präsentationsvideo für das iPad, worüber ich ja nun auch meinen Senf abließ. Was muss dieses Unternehmen haben, dass die Typen derart elektrisiert wirken? Irgendwas muss es ja sein. Ich kam mit OSX soweit klar. Ich merke auch, dass ich einige Arbeitsweisen veränderte. Meinen Kalender sorgsamer pflege seitdem. Mail leistet treue Dienste nicht ständig 70 Postfächer abrufen zu müssen. TB kann das zwar in Version 3 auch, aber irgendwie mag ich Mail. Keine Ahnung wieso.

Himmelfahrt trafen wir uns traditionell. Meine Freunde und ehemalige Teamkollegen aus den eSport-Zeiten. Die meisten sind in der IT unterwegs. Wir sprachen auch über ein gern totgeschwiegenes Thema. Den Stromverbrauch. So entschied ich mich mir ein Strommessgerät zu bestellen. Eine der dümmsten Ideen seit Langem. Mein Tower (Q66, 8GB Ram, 9800gx2, 4x 440GB) schluckte im Idle 160-180 Watt. Eigentlich wollte ich nicht wissen, was wohl passiert, wenn ich Ihn etwas „belaste“. Ich startete Dirt2, was ich gerade nebenbei spiele. Als ich die Zahl von 260 Watt sah, ohne die Kiste an ihre Grenzen zu bringen, war mir klar: Du musst was machen. Die Angaben sind nur der Tower, die 50 Watt für den 22 als auch 40 Watt für den 21 Zoll kamen ja noch hinzu. Zu viel für meinen Geschmack.

iMac. Ganz billig ist die Anschaffung nicht. Was macht man? Ratenkauf? Leasing? Ich entschied mich für eine Barzahlung. Das Ding gehört mir und Ruhe. Kauft man sich einen, kauft man sich keinen? Wartet man noch? Immerhin haben wir letztes Jahr erst die Agentur gegründet und so locker sitzt das Geld bei einem Startup auch nicht.

Community und Apps. Ein für mich wichtiger Punkt war ausserdem die Community und die damit verbundenen Lösungen. Ich finde die Nanobundle-Geschichte zum Beispiel interessant. Irgendwie habe ich das Gefühl, wenn jemand ein Problem hat, hatte es jemand anders auch schon. Irgendwer hat sich hingesetzt und hat dafür eine Lösung gestrickt. Sei es nun Cinch zum Fenster schieben oder SteerMouse. Und das Automovement von Steermouse ist echt abgefahren – im wahrsten Sinne des Wortes.

Entscheidend

Die Entscheidung ist mit vielen Punkten gefallen. Der Stromverbrauch war einfach zu hoch. Ich hatte auch keine Lust mehr, mir den einen weiteren PC zusammen zu schrauben. Wobei ich aber sagen muss, Windows7 ist gut geworden. Aber es hat nicht das Ambiente. Mein Eindruck ist, bei Apple wird viel Hirnschmalz in die Lösung geworfen. Und nicht nur bei Apple. Und nein, ich werde kein Fanboy werden. Mir ist es auch egal, was Du für einen Rechner hast. Ein kleines Beispiel. Ich ging gestern zu Gravis um mir ein Miniport-Display – HDMI Kabel zu kaufen. Erstaunt war ich über die Verpackung. Es ist die erste Verpackung für ein Kabel, welche ich wieder verschließen kann. Ich war auch ziemlich erstaunt darüber, dass ein Putztuch in dem iMac-Karton war. Ich habe es nicht ausgepackt, sieht aus wie eines für Brillengläser. Es ist eben dieses „Hey, du musst das Ding auch mal putzen! Hier nimm gleich das Tuch, ich habe dir eins beigelegt.“ Es geht mir nicht darum, dass ich Summe X zahle und da die Kosten für ein Tuch durchaus mit in der Marge sind. Es geht vielmehr darum, dass überhaupt ein Tuch dabei ist. Wieso sind keine Putztücher bei Monitoren dabei?
Kurz noch mal zum Preis. Ich habe das gute Stück günstig geschossen. Jedoch denke ich, es ist egal. Wenn mir das Stück nicht gefällt, dann verkaufe ich ihn wieder. Man könnte sagen, die Dinger werden gebraucht teuer gehandelt. Ich denke, der Wiederverkaufswert sinkt nur nicht so schnell.

Impressionen

Wie gesagt, ich bin kein Fanboy und ich werde auch nie einer werden. Dafür halte ich mich für zu kritisch und hinterfrage Dinge zu schnell. Aber das Ding macht schon mächtig Eindruck und Laune. Was mich an das iPad-Video erinnert, wo einer der Herren sagt „mache das, was du immer tust und habe Spaß dabei“. So kommt es mir in Moment vor, aber den hat man (oder sollte man) immer haben, wenn man für Technik Geld in die Hand nimmt.
Ich konnte aber schon Unterschiede feststellen. Eine Fliege setzte sich gestern auf das Display. Tja und dann sieht du da erst mal für den Moment mit deinem Talent. Was machst Du? Auf meinem PC hätte ich die Zeitung genommen. Aber auf dem iMac „batschen“? Ich wedelte wild rum und noch einigen Schimpfwörtern zwirte sie dann auch ab ;)

Wie man an der Länge des Textes erkennen kann, scheint sich das „blende mal alles aus, was stören könnte“ im MacJournal echt praktisch zu sein. Ich bin jedenfalls auf der Suche nach weiteren Tools, Programmen und co, die mir das Leben versüssen oder leichter machen.