L’tur: Wenn man sich an Themen wagt, die heikel sind
geschrieben am 21.Februar 2011
Vor etwa einer Stunde hat L’tur Last Minute seinen Newsletter losgeschickt. Ich habe das gute Stück via Twitter angeschwemmt bekommen. Jemand fand es ziemlich unterhaltsam. Ich finde es äußerst geschmacklos. Das ist aber meine persönliche Meinung. Die Meinung muss man nicht teilen, dass ist ok.

L'tur Werbung für Agypten
Wie man allerdings auf der Facebook-Seite von L’tur bereits sieht, bin ich mit meiner Meinung nicht alleine. Auf Facebook wird dann weiter noch in die Kerbe geschlagen, bei so viel “Euphorie” dass in Ägypten der Rubel wieder rollt, bleibt mir nur sprachloses kopfschütteln.

Wer keine anderen Sorgen hat...
Da kann ich für L’tur nur hoffen, dass ihr Geschäft von Libyen nicht betroffen ist. Wir lesen uns wieder, wenn es aus der PR-Abteilung heißt “dass war doch gar nicht so gemeint”. Ich bin ja auch gern für eine “härtere Gangart”, aber irgendwann muss eine moralische Grenze gewahrt bleiben. Kann ja eigentlich nicht so schwer sein, einfach mal auf seine innere Stimme zu hören anstatt auf einen Ausschlag in den Statistiken.
Ein Sturm im Wasserglas – wenn überhaupt, ich weiss.
Und die Moral von der Geschicht, Aufmerksamkeit um jeden Preis bringt es nicht.



Dan schrieb:
21. Februar 2011 20:27Interessanter: Welche Agentur steckt dahinter?
kiezkind (@kiezkind) schrieb:
22. Februar 2011 00:58Ich vermute es ist noch “For Sale” in München.
simonnickel (@simonnickel) schrieb:
21. Februar 2011 20:28Ich geb dir da vollkommen recht, das ist respektlos gegenüber den Ägyptern.
Da haben sie sich wahrscheinlich gedacht, dass das lustig sei. Ist es in gewisser Weise auch, jedoch ist der Beigeschmack einfach zu groß. Vorallem wenn man bedenkt in welcher Weise solche Unternehmen an solchen Ländern verdienen, da sollte man etwas mehr Respekt erwarten
Enrico schrieb:
21. Februar 2011 20:29Autsch. Ägypten ist nicht lustig. Genauso wenig wie Lybien oder all die anderen Länder in denen es gerade hochkocht. Weißt Du wer diesen Mist verbrochen hat?
Heiko (@mediendesign) schrieb:
21. Februar 2011 21:30Bin ja auch kein Kind von Traurigkeit, aber irgendwann ist auch mal Schluss. Ich finde die Aktion total daneben. Manchmal hilft auch der ganz normale Menschenverstand. Aber eines haben sie schon erreicht, Aufmerksamkeit.
Matthias (@mlehming) schrieb:
21. Februar 2011 22:45Ist doch ähnlich wie mit der Sixt-Werbung: an sich gut gemacht, aber sie polarisiert eben.
Vor dem Hintergrund, welche Verantwortung die Reiseveranstalter u.a. in Ägypten hatten und haben, ist es in diesem Fall natürlich weniger witzig.
Burned schrieb:
22. Februar 2011 08:05Eine wirklich dumme Werbung (sollte es nicht am Ende doch ein fake sein). Doch die Frage – wer diesen Mist verbockt hat, sollte sich so nicht stellen. Verantwortlich, und diesem Fall geschmacklos, ist der Auftraggeber, L´tur. Und der hätte es besser wissen sollen.
Enrico (@marketing_guide) schrieb:
22. Februar 2011 09:37Du meinst also dass eine Agentur jeden noch so großen Bullshit verzapfen kann/darf/soll und einzig der Kunde die Verantwortung trägt? Da sind Menschen gestorben! Das ist nicht witzig und allein der Entwurf eines solchen Motivs gehört sich nicht!
Burned schrieb:
22. Februar 2011 14:24Natürlich gehört sich moralisch der Entwurf nicht. Natürlich sind Menschen gestorben. Natürlich gab es eine Benetton-Kampage mit dem blutigen T-shirt eines gefallenen Soldaten. Und es gab sogar Agenturen, die die Wahlwerbung für eine NPD kreiert haben. Manchmal stinkt Geld eben doch.
Wolle schrieb:
22. Februar 2011 21:58Es heisst Libyen und nicht Lybien…
Kai Thrun (@KaiThrun) schrieb:
23. Februar 2011 07:18völlig richtig – Asche über mein Haupt.
Roland schrieb:
23. Februar 2011 11:40Da sieht man es mal wieder: Wenn’s um’s Geld scheffeln geht, wird jeder Respekt, jede Moralvorstellung und Bedenken “über Bord geworfen”.
Obwohl ich dem Werbemotiv einen gewissen Witz nicht absprechen mag, es würde aber eher zum “trockenen” englischen Humor passen.
Bene schrieb:
23. Februar 2011 16:23Haltet mich für naiv, aber wo ist das Problem? Nach der “Revolution” muss das Land wieder an Vertrauen gewinnen. Auch und vorallem in ihrer bisherigen Haupteinnahmequelle, dem Tourismus.
Ich sehe hier nur pro Ägypten und anti Diktator. Und das wir mit Dikatorenbilder Werbung machen liegt nunmal an unserer heutigen Zeit. Das gebe ich zu, hätte sich vor 50Jahren wohl keiner getraut
Außer das es geschmacklos ist über ein befreites Land zu sprechen hab ich hier noch kein gegen Argument gelesen. Bitte klärt mich auf!
Denny Fischer (@de_fi) schrieb:
27. Februar 2011 13:20Ja man sollte das Leid von derart vielen Menschen vielleicht nicht gerade zu Werbezwecken benutzen oO