Vor einigen Wochen hatte Gilly sich kurz auf Google+ ausgekollert. Ich vermute, er hat dies aus gegebenen Anlass getan. So wie ich noch eine unbeantwortete Frage im Reportare habe. Nach Absprache mit Gilly habe ich die Liste ergänzt und ausformuliert. Die Anzahl der Unternehmen und PR-Agenturen, die es inzwischen hinbekommen unfallfrei mit Bloggern umzugehen, steigt in der Tendenz. Für jene, die sich noch unsicher fühlen, gibt es einige Hinweise.


Es gibt einige Dinge vor dem Event zu beachten. Eigentlich schon bevor eingeladen wird. Die Identifizierung der einzuladenden Personen ist die Aufgabe der Agentur/ des Unternehmen.

Einladungen

mail Die Einladungen sind Aufgabe der Agentur. Mit Einladungen meine ich auch Einladungen. Und nicht Hinweise auf ein Bewerbungsformular, indem ich noch irgendwelche Sachen erfüllen muss, um überhaupt mich bewerben zu können.

Eingeladen werden sollten ebenfalls nicht nur die Top 10 aus irgendwelchen Statistiken. Es macht irgendwann einen weniger glaubwürdigen Eindruck, dass ihr es ernst meint. Wenn eure Blogger-Identifikation schlecht ist, werdet ihr euch irgendwann im Kreis drehen.

Nicht bloggende Journalisten sind heikel. Nicht tabu, aber heikel. Die Stimmung könnte schon etwas verzerrt werden, wenn zu unterschiedliche Welten aufeinanderprallen

Kostenübername

Die Kostenübernahme liegt bei dem einladenden Unternehmen. Fahrtkosten und ggf. eine Übernachtung, vielleicht auch eine 2. Übernachtung, sind von dem Unternehmen zu tragen. Nur wenige Blogger verdienen in Deutschland ihr Geld. Das liegt auch daran, dass Blogger oft stiefmütterlich behandelt werden.

Ansprechpartner

Vor Ort sollte ein Ansprechpartner sein, der wenigstens einen kompetenten Eindruck macht. Er sollte sich in beiden Welten auskennen. Dazu kann man sich auch einen Blogger zurate ziehen, der diesen Part übernimmt. Es ist keine Schande, denn Blogger sind es von Barcamps gewohnt, dass man sich untereinander auch auf Veranstaltungen hilft.

NDA / Material

Eine Verschwiegenheitserklärung zu unterschreiben, darin besteht auch für Blogger kein Problem. Das Material sollte nach Möglichkeit exklusiv sein. Bei Produktpräsentationen muss ausreichend Zeit für Fragen, Fotos und Videos einräumt werden. Es sollte auch davon ausgegangen werden, dass Fotos und Videos gemacht werden. Auch hier muss von VORHER klar gestellt werden, was geht und was nicht. Wird ein Produkt gezeigt, dass nicht gefilmt / fotografiert werden darf, sollte eine Ansage dazu erfolgen damit keine Ungereimtheiten entstehen!

Was ist mit dem Pressematerial? USB-Stick? Hotlink? Ist alles vorbereitet?
Wenn Blogger zu Produktbesprechungen/ Marktforschungszwecken eingeladen werden, macht dies auch deutlich. Klärt am Anfang des Events, was in den Blogs landen darf und was nicht.

Vorträge / Marketingsprech

Die Vorträge sollten eine moderate Länge haben. Workshops funktionieren hier besser. Es erfordert zwar mehr Arbeit in der Vorbereitung, aber Blogger fühlen sich wohler, wenn sie sich aktiv einbringen können. 60 Minuten sprechen über die Dinge, die man ohnehin schon weiß, langweilen.

Bitte haltet euren Marketingsprech in Grenzen. Wenn man am Ende des Tages etwas auf die Marke einzahlen kann, da freut sich der Berater. Da kann die Tonspur schnell zum Rohrkrepierer werden.

Netzwerken

Ein ganz wichtiger Punkt ist das Netzwerken. Dies ist einer der großen Bewegpunkte für einen Blogger sich in den Zug zu setzen, quer durch die Republik zu fahren. Es gibt Ihnen Zeit, sich untereinander und mit euch auszutauschen.

Sollte es euch am Veranstaltungsort nicht möglich sein, dies zu bieten, bewerkstelligt es anders. Man kann hinterher noch gemeinsam Essen gehen oder in eine Bar. Es sollte auf 2-3 Runden eingeladen werden. Vergesst bitte nicht jemand Verantwortliches / einen / mehrere Mitarbeiter mitzuschicken! Sie sollten in der Lage und autorisiert sein auch Fragen zu beantworten.

Was ist für mich drin?

Diese zentrale Frage dürfen sich beide Seiten stellen. Es sollte euch vorher klar sein, warum der Blogger eingeladen wird. Warum ist es dem Unternehmen wichtig, dass er vor Ort ist? Warum könnte es für den Blogger wichtig sein, dass er vor Ort ist?

Es ist ein Irrglaube, dass Blogger nicht zu Unternehmen fahren, die sie in ihren Blogs schon kritisiert haben. Es ist für ein Unternehmen auch eine gute Geste zu zeigen, dass man das Medium Internet verstanden hat.

Auf tolle, gemeinsame Veranstaltungen!