Nach einer recht langweiligen Vor-Osterwoche scheinen die Geschenke langsam gefunden zu sein. Facebook kauft mobile Marktanteile teuer ein und IT-Gigant Google verpasst seinem Netzwerk einen komplett neuen Anstrich. Dabei wird die Usability komplett über Board geworfen.

White Space

Google hat relativ zügig das Update an seine Nutzer ausgerollt. Die Meinungen gehen weit auseinander – Grundtenor und nicht zuletzt auch einer der Trending Topic ist der extreme White Space, den Google hier an den Tag legt. Auf kleineren Bildschirmen oder wenn ihr den Monitor hochkant benutzt, mag es gar nicht so extrem auffallen. Einige Einsatzmöglichkeiten findet ihr unter dem Hashtag #usesforwhitespace.

Der Stream lässt sich bequem stoppen

Der Whitespace wirkt auf den ersten Blick in der Tat etwas seltsam. Wenn es konzeptionell aber gedacht ist, dass Google+ im Hintergrund läuft, dann ist es zumindest noch akzeptabel. Denn in der Regel sind Chat-Listen links oder rechts am Bildschirmrand zu finden – vorwiegend eben rechts. Die Rufe nach Werbung halte ich hingegen für sehr unwahrscheinlich, nicht zuletzt weil sich Google bei diesem Thema bisher immer recht geschickt angestellt hat.

Medieninhalte

Es fällt schon sehr ins Auge, dass Medieninhalte wesentlich besser in den Fokus fallen. Das Redesign, der Darstellungen für Fotos als auch für Videos, gefallen mir sehr gut. Es ist Google gelungen, die Wichtigkeit von Fotos zu untermauern und gleichzeitig den eigenen Video-Dienst spielerisch einzubinden. Das Creative Kit für die Bildbearbeitung rundet das Angebot gut ab.

Das Coverbild in 940x180px

Für die Profile gibt es neue Coverbilder bzw. eine weitere Art. Neben den bisherigen 5 Bildern könnt ihr nun auch ein durchgängiges Bild nehmen. Die Maße des Bildes sollten 940×180 Pixel sein.

Entdecken

Das Video mit den Änderungen kommt mit der Überschrift »There’s more to explore« daher. Ich denke Google hat hier den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich kann nicht nur meine Freunde konsumieren, sondern das Netzwerk auch zur ausgedehnten Recherche nutzen und oder aber eben um Monitoring zu betreiben. Dies scheint mir bei Google+ wesentlich besser aufgehoben als über die Suche direkt. Dies ist auch ein Punkt, mit dem man sich nun klar von Facebook abgrenzt.

Fazit: Ungewohnt aber sexy

Fotos und Videos bekommen mehr Aufmerksamkeit

Das Redesign ist weitgreifend, ungewohnt aber nicht gerade hässlich. Die Usability geht gut von der Hand – das System wirkt flüssig (was ja nicht ganz unerheblich für die User Experience und somit die Verweildauer ist). Für die Poweruser könnte dies ein Schritt sein, sich Google+ für Recherche-Zwecke zu nähern. Google selbst versucht seit Wochen über Prominente die Hangouts als Werkzeug zu etablieren. Die »kritische« Masse holt man über die TV-Werbung ab, in dem man persönliche Dinge und Privatsphäre suggeriert. Eine sehr kostbare Frucht, wenn man berücksichtigt, welchen Ruf Google um die Daten innehat. Kleinere Dinge wie dem Creative Kit für die Fotos oder dem Tool zur Verbesserung von Videos helfen dem (cusual) Nutzer dabei, sein Material nach seinen Vorlieben und Wünschen zu verbessern.

Mir gefällt der neue Wurf von Google+ – sehr wohl wissend, nicht zur Kernzielgruppe zu gehören, sehe ich einige Dinge, die ich ausprobieren werde. Wie seht das bei euch aus, was haltet ihr vom Redesign? Noch am “ewig nicht eingeloggt” trollen?