Es ist an der Zeit Abschied zu nehmen. Abschied von Verdansk, bevor die Karte für immer Geschichte ist und durch eine neue Map abgelöst wird. Verdansk, dem Ort des Geschehens von Call of Duty Warzone. Warzone ist ein Battle Royale (Last Man Standing) in der russischen Umgebung/Region von Verdansk. Allein, dass ich darüber schreibe, zeigt, wie besonders diese Karte und der Spielmodus ist.

In einer besonderen Zeit dürfte Warzone Millionen von Menschen durch die Pandemie getragen haben. Um die Nicht-Gamer ins Thema zu holen. In einem Battle Royale spielen Teams gegeneinander (Solo, Duo, Trio oder Quad sprich zu viert). Man wird mit einem Transportflugzeug / Helikopter auf einer willkürlichen Fluglinie in das Kampfgebiet (Verdansk) abgesetzt. Bis zu 150 Spieler auf einer Karte. Und damit dies nicht ewig dauert, werden die Spieler durch eine Gaswolke zueinander getrieben. Ein Counter zeigt an, wann sich der Spielkreis verkleinert und beendet ist die Runde, wenn nur noch ein Team bzw. im Solo Spieler übrig sind.

CoD Warzone wird Millionen von Spielern durch die Pandemie gebracht haben. Auf mein Konto gehen 3239 Partien bei einer Spielzeit von 37 Tagen, 4 Stunden und 34 Minuten. Dabei haben wir es 1118 Mal in die Top10 schafft und immerhin 113 Spiele nach Hause gebracht. Ich spiele Warzone seit Tag1 und ja, man kann locker die doppelte Spielzeit aufweisen. Aber darum geht’s nicht 😉

Erinnerungsfoto vom guten Campingausflug

Danke Activision für diese tolle Karte. Warzone und Verdansk waren wirklich grossartig. Jeder Spieler dürfte auf der Karte eine Zone haben, die er stark bevorzugt. Wir hatten dies auch – es war Downtown. Wir haben die ersten Seasons auf den Dächern verbracht. Sniper-Fights vom SKN-Tower rüber zum UN-Gebäude (das weisse Hochhaus am Sportfeld) oder gern auch Richtung des alten Stadions.

Danke für die vielen „Aaaaah scheiße, ich bin heruntergefallen, komme mit dem Fahrstuhl wieder hoch“-Momente, die Crashes mit den Helis und dem überdimensionalen Ego, wenn man jemanden in der Luft gesnipet hat. Es war und ist heute immer noch sehr, sehr emotional. Dieses Glücksgefühl des ersten Sieges – es endlich geschafft zu haben.

Ciao.

Das Gameplay veränderte im Laufe der 10 Seasons. Es wurde agiler, beweglicher. Wobei ich die HDR heute nach wie vor spiele. Die Bunker kamen dazu oder die legendären Loadouts in der Bunkeranlage am Ende der Karte, wo eine Zeitlang die halbe Lobby hinflog. Am Spiel wurde nach und nach geschraubt. Wir tummelten uns auf Statistikseiten, um die neue Meta-Waffe zu finden. Wir vergleichen Waffenaufsätze für verschiedene Einsatzszenarios und schauten auf die time to kill. Wir jagten Juggernauts über die Karte, legten Minen unter LKWs und klebten C4 an Helikopter – nur für das Popcorn.

Wie oben schon erwähnt, wir verbrachten so viel Zeit auf der Karte, dass wir Gebäuden eigene Namen gaben. SKN und BCH4 sind klar, UN-Gebäude, beim Mexikaner, im Chinahaus (die Restaurants), Burgerladen, Bank (Downtown), Parlament (Downtown), Eimsen (Dorf bei Stadium), die Jugendherberge (am See hinter Array), Circle of Death (Kreissiedlung hinter Promenade), Twin-Tower (heute neben Factory), IKEA für den Superstore usw. – sicher sind mir einige Sachen entfallen. Ich bin mir auch sicher, dass jede Spielgruppe ihre eigenen Namen hat.

Zu Beginn, wo es noch einen Lobbychat gab

Und was sind mir bitte an Hallween die Ohren weggeflogen. Was habe ich mich verjagt als die dusselige Truhe aufging. Um zum Dank dann über die Map zu düsen, weil irgendwer aus dem Team irgendein Ereignis noch nicht gemacht hat. Oder gar den Zombie-Modus spielen wollte. Zombies war nie was für mich. Einige Fire Sales, Gulag-Entlassung und Versorgungstransporter später, bekam die Map Löcher, Bunker, unterirdische Gänge, was zu weiteren Spieldynamiken führte. Warzone hat sich in seiner Spieldynamik stark verändert. Witzigerweise ist es egal, welchen Spieltyp man fragt: Die Veränderungen sind nicht gut.

Wie viele Skins kannst du sprühen?

Aber Warzone war/ist mehr als nur Zocken. Gerade im Quad, wenn man das Gulag verlor und auf seinen Rebuy warten musste. Ich habe mir oft was zu essen gemacht, Wäsche gemacht, gelesen, im Internet gesurft oder anders halbwegs sinnvoll die Zeit verbracht. Manchmal haben wir auch einfach in der Lobby gehangen und über das Leben geredet. Mit wir meine ich nicht nur Freunde, sondern mit der Zeit kamen auch verschieden Randies (random player) dazu. Aus Österreich, Tschechien, Polen, Russland, Italien, Niederladen, Belgien, England und richtig witzige Dudes aus Südafrika. Londoner Akzent verstehe ich bis heute nicht.

Als meistgesuchter im Heli einen meistgesuchten jagen

Gerade bei Warzone war nicht immer alles lustig. Der Salzgehalt (salty = sehr schlechte Laune eines Spieler) war schon teilweise sehr hoch – ganz selten mal als Ragequit. Aber dann ist das Game gecrashed, die Lobby gecrasht, es war laggy ohne Ende, das Geld buggte, der Plattenbug, Map-Glitches und nicht zuletzt die unfassbar vielen Cheater in den letzten Monaten.

Verdansk hat sich entwickelt. Zurück. 1984. Nakatomi Plaza. Rambo 3-Skin und alle dieser Quatsch hat uns immer wieder Freude bereitet. Die Suche nach dem nächsten bescheuerten Skin war vorprogrammiert, wenn auch die Preise inzwischen etwas fragwürdig sind. Es ändert nichts daran, dass der Spielerskin definitiv eine Sache in dem Game ist.

Der richtige Skin ist wichtig

Ich denke, jeder hat seine Anekdoten zu Warzone. Ich bin mal mit meinem Teammate Downtown mit zwei Helis zusammengestossen, da war die Flugshow und die Runde für uns vorbei. Unheimlich lustig. Manchmal gab es IQ200-Momente und dann gab es wieder Momente, wo man sich fragt, ob der Mate das Spiel schon mal gespielt hat. Ich habe auch noch Spielaufnahmen von den Gesängen meiner Mates. Liedzeilen wie „Hit me baby one more time“ oder Abwandlungen wie „Ich loote hart, denn ich bin ein Lootautomat“ gab man genauso zum Besten wie Internetmemes ala „Hello, I’m under the water“. Kurz – wir hatten eben viel Spass und Schabernack im Game.

Es bleibt mir nichts übrig, als Danke zu sagen. Danke an Activision für diese Hassliebe. Danke an die Teammates, mit denen ich teilweise Tage abhing und wir uns gleichzeitig über allerlei Weltthemen unterhielten. Danke an die Mates aus den Whatsapp-Gruppen, die in der Regel pünktlich für eine Einsatzschicht erschienen sind. Danke für die vielen kleinen Anekdoten.

Wir sehen uns auf Caldera – wenn wir uns im Hotmic sagen, wessen Stammbaum ein Kreis ist und wir uns darüber aufregen, wie beschissen verbuggt das Game ist, weil der Gegner ein Lowbob ist. Hoffentlich taugt der Anticheat was.

GG.

Author

Hallo, ich bin Kai - der Autor dieses Blogs. Ich bin Content Creator mit Erklärbärsyndrom, was mich dazu brachte, diesen Blog 2009 zu starten. Ich schreibe hier über meine privaten Gedanken, Begegnungen mit Menschen oder Marketing-Kampagnen, die ich bemerkenswerte finde.

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