Bloggen ist eine Sache. Wenn der Text dann erst mal steht, fehlen einem häufig die passenden Bilder, sondern man nicht gerade ein Budget für Fotos hat, selbst genug Fotos macht oder in Kooperation mit irgendwem steht, der Fotos liefern könnte.

Der Fotodienst Getty Images stellt nun seine Datenbank zur freien Verfügung. Es gibt allerdings einige Haken dabei zu beachten und rechtlich wird das Thema in den nächsten Tagen sicherlich durchleuchtet werden. Datenschützer werden sich sicher auf den Plan gerufen fühlen, wieso man es in Deutschland nicht nutzen kann oder welchen Passus man ins nie gelesene Impressum einfügen muss.

Praktisch

Getty Images bietet nun die Einbettung in einen Artikel an. Das heißt auch, dass ihr das Bild nicht herunterladet, sondern eben ein iFrame wie bei Facebook, Google+, Twitter, Instagram oder YouTube einbettet. Das Bild liegt weiterhin auf den Servern von Getty Images. Es ist eigentlich keine schlechte Idee, denn dadurch wird auch z.B. der Urheberrechtshinweis des Fotografen nicht vergessen. Dies hat in der Vergangenheit auch schon zu der einen oder anderen Abmahnung geführt.

Den iFrame einfach per Code-Schnippsel einfügen

Mit Vorsicht

Allerdings birgt dies nicht nur Vorteile. Getty Images drückt sich in den Nutzungsbedingungen etwas schwammig aus. Für die redaktionelle Verwendung ist es ok, für gewerbliche Zwecke allerdings nicht. Da stellt sich die Frage, ob ein Blog mit Werbung – so wie meiner – unter gewerbliche Zwecke fällt oder nicht. Ich behalte es da nach wie vor so, dass ich eine Gewinnabsicht habe, somit nach deutschem Recht Gewerbetreibender bin und somit Getty Images für mich nicht infrage kommen, bevor das nicht besser formuliert ist. In rechtlichen Fragen wiege ich mich lieber auf der sicheren Seite. Wer näheres Interesse hat, sollte sich einfach an das Unternehmen wenden und explizit nachfragen.

Werbung und Datenverwertung

Getty Images behält sich mit dem iFrame aber noch weitere Dinge vor. Die Einblendung von Werbeinhalten, was ich sehr kritisch sehe, da ich als Nutzer wenig Kontrolle darüber habe. Als auch die Verwertung von den erhobenen Daten, worüber man völlig im Unklaren gelassen wird. Der Passus in den Nutzungsbedingungen lautet wie folgt:

Getty Images (oder von Getty Images beauftragte Dritte) sind berechtigt, Daten im Zusammenhang mit der Nutzung des eingebetteten Viewers und eingebetteter Getty Images-Inhalte zu erfassen, und behält sich das Recht vor, im eingebetteten Viewer Werbung anzuzeigen oder seine Nutzung anderweitig kommerziell auszuwerten, ohne Sie hierfür zu entschädigen.

Dass ich für die Auswertung der Daten kein Geld bekomme, ist kein Problem. Immerhin erhalte ich das Bildmaterial dafür und werte meinen Artikel damit etwas auf. Allerdings weiß ich in Moment nicht, welche Daten da verarbeitet werden.

Abschließend

Es dürfte für viele Blogs eine Erleichterung sein, dass man zumindest gute Bilder in seinen Blog einbinden kann. Da die Bilder bei Getty Images liegen, bleibt die Frage: Was passiert, wenn Sie das Angebot zurückziehen? Und zu welchem Preis bekommt man die Bilder?

Ich finde es gut, dass ein Bilderlieferant so versucht an Reichweite zu gewinnen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich den geforderten Preis dafür zahlen würde.

Aufmerksam darauf bin ich durch Thomas Gigold / Medienrauschen.de geworden.

12 Responses

  1. Adrian

    Und wo bleiben die Fotografen, die Bilder verkaufen wollen bzw. vom Verkauf ihrer Bilder leben? Nun gut, es wird vielleicht den einen oder anderen davon abhalten, unerlaubt kopierte Bilder im eigenen Blog zu verwenden, doch wie Kai schreibt, wer hat schon ein rein privates Blog ohne Gewinnerzielungsabsichten?

    Antworten
    • Kai Thrun

      Hallo Adrian,

      mal Hand aufs Herz – diese Gruppe, die die Bilder nutzen „darf“, würde in der Regel vermutlich nie ein Bild kaufen. Ich verstehe deine Bedenken, aber ein Privatmann gibt meist nicht einmal 10 Dollar für ein Theme aus. Da denke ich, wird auch kein Geld für Bilder da sein.

      Die Idee dahinter ist ja viel mehr, den Namen Getty Images zu streuen und zu verbreiten und das möglichst kostenneutral. Ich würde mir wünschen, dass auch die Fotografen hinterher davon profitieren. Aber eine Veränderung wird sich kurzfristig sicher nicht feststellen können.

      Liebe Grüße,
      Kai

      Antworten
  2. Max

    Die Idee von Getty Images ist ziemlich cool, die technische Umsetzung via iframe nimmt dem Blogger allerdings wirklich die Kontrolle. Wenn sie den Service mal einstellen, dann muss der Blogger ahlt die Einbindungen wegnehmen, daß ist nicht so das Problem.
    Aber was ist denn ,wenn die Werbung, die Getty irgendwann einblenden wird, auch wirklich zur Freude des Bloggers ist? Stellen wir uns mal einen etwas kritischereren Blog vor und da läuft dann Werbung für ein deutlich unpassendes Unternehmen? 🙂
    Gruß, Max

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  3. Peter

    Auch wenn der Post schon ein paar Tage alt ist, interessante – und durchaus wichtige – Aspekte zum Thema Getty Images für Blogger.

    Du verwendest ja auch Bilder, die Du bestimmt nicht alle selbst gemacht hast. Verrätst Du Deine Quelle?

    Danke für Deine Blogger-Tipps. Die haben mir an einigen Stellen geholfen. Insbesondere, dass ich auch an die Pflege des Blogs denke und nicht nur ans Erstellen. Habe Dich in meinem ersten – und bisher einzigen – Posting deshalb erwähnt 🙂

    Gruß
    Peter

    Antworten
    • Kai Thrun

      Hallo Peter,

      meine Quelle ist Shutterstock, dass siehst Du dann an den Bildnachweisen unter dem Artikel.
      Vielen Dank für die Nennung, wenn Du noch Fragen hast – zu welchem Thema auch immer, wirf Sie mir einfach ins Postfach. Ich beantworte sie dir oder schreibe einen Artikel und schick dir diesen dann 🙂

      Liebe Grüße,
      Kai

      Antworten

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