Am Wochenende fand das KrisenPRCamp im Startplatz in Köln statt. Ein spannendes Thema für ein Barcamp, denn PRler sieht man auf Barcamps eher vereinzelnd und über Krise redet man nicht gern. Zumindest meine 1. These wurde etwas bestätigt, denn gefühlt jeder Zweite war am Freitag das 1. Mal auf einem Barcamp.

Während im Geschäftsalltag die negative Aufmerksamkeit gern unter den Teppich gekehrt wird, fand sie Freitag und Samstag voll statt. Es war schon auffällig, wie häufig der Satz „Folgendes bitte nicht twittern“ gefallen ist. Der vertrauliche Umgang mit den Informationen führte dazu, dass das Level der Diskurse stark anstiegt. Es tat der Veranstaltung gut.

ZDF

Der gute @Mahrko erzählte wie der @ZDF sich organisiert und wie „Krisen“, wie z.B. Programmänderungen, im Hause koordiniert werden. Ein guter Einstieg mit lebendigen Praxisbeispielen. Leider weiß ich nicht mehr, was ich für mich behalten soll – daher verweise ich euch auf die Twittersuche 😉

Deutsche Post DHL

Ebenfalls aus der Praxis bot sich @jottluh von @DeutschePostDHL, die über die Organisation von DHL berichtet. Es war ein solider Einblick in die Welt eines Konzerns, Mitarbeiterschulungen und die Aufsplittung in verschiedene Bereiche. So dass es eben neben einem Nachrichtenkanal auch einen Twitteraccount für uns Endkunden gibt (@DHLPaket).

Die Deutsche Post DHL ist gerade dabei ein Pilotprojekt in die Wege zu leiten, bei denen sie regionale Accounts anbieten wollen. Ich bin gespannt, wie dieses dann im Alltag aussieht.

Zu meiner Überraschung riss der Samstag es raus. Der Freitag war ganz ok und ich hatte mich bei der einen oder anderen Session etwas vergriffen, daher war meine Erwartung an den Samstag ernüchternd. Bis sich 2 Herren vorstellten, die ihren Sessionpitch damit begannen, dass sie Deutscher Meister im Argumentieren und irgendein anderer Titel im Debattieren errungen haben und eine Session über den Aufbau und die Zerstörung von Argumentationen widmen würden. @maewald und @roetor legten dann eine wunderbare Session über die Argumentationstheorie hin, woran sie am Modell von Steven Toulmin u.a. den Fall Uli Hoeness erklärten. Neben Uli Hoeness kam auch der Greenpeace-Nestlé-Fall auf den Tisch. Das Niveau der Session war hoch, und habe ich in dieser Form lange nicht mehr auf einem Barcamp erlebt. Großartig.

Insgesamt war der Samstag von einem sehr regen Austausch mit vielen echten Praxisbeispielen. Der Verlauf eines solchen Kommunikationsaufkommens und deren Stufen wurde von @xtianB genauso vorgetragen, wie der gute @hofrat über die Transparenz und Wahrheit in der Kommunikation vorgetragen hat. Neben der eigenen Agentur, die ihre Gehälter offenlegt, gab es allerlei Beispiele für den transparenten Umgang in der Kommunikation. Hier entsprang auch eine Debatte über die Relevanz eines jeweiligen Protagonisten bzw. welche Relevanz von Personen ohne Medienhäuser.

Die Abschlusssession war gut besucht am Samstag

Einen interessanten und unterhaltsamer Ansatz war die Session „Krisennachbearbeitung“, denn @joreinhardt brachte einen echten Fall mit. Es war ein negativer Bericht auf der Titelseite des Handelsblattes, welche 2009 einen Kostenaufschlag eines Bundeswehrprojektes kritisierte. Es wurde in 2 Gruppen kurz diskutiert, um mögliche Maßnahmen vorzuschlagen. Ich fand den Ansatz daher interessant, dass man sich in ein neues Thema denken musste, statt sich berieseln zu lassen. Am Ende der Session zeigte @joreinhardt, welche Dinge sie damals ergriffen haben (Factsheet z.B.). Ein sehr lebendiges Format mit Workshop-Charakter.

Fazit

Das KrisenPRCamp war durch seine Teilnehmerstruktur etwas anders. Es war vom Diskussionsniveau unheimlich weit oben. Ein Grund ist sicherlich, dass man nicht nur rumgeschwafelt hat, sondern auch einige Firmennamen gefallen sind. Hierdurch konnte das Bild vervollständigt werden, welches man im Kopf hatte.

Insgesamt war das Themenfeld sehr bunt, überwog durch viele kleine Workshops, die angereichert waren mit unzähligen Praxisbeispielen.

Fest steht allerdings auch: Ein Shitstorm ist meist keine Krise.

Vielen Dank an Stefan Evertz (@Hirnrinde) sowie Mike Schnoor (@MikeSchnoor) für die Organisation dieses Barcamps, sowie den Sponsoren für Ihre Unterstüzung.

Sponsoren waren:

Weitere Beiträge zum KrisenPRCamp:

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