ConventionCamp Hannover 2010: Ein Klassentreffen mit Höhen und Tiefen

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Gestern fand zum dritten Mal das ConventionCamp in Hannover statt. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wie oft ich hörte „ein großes Klassentreffen heute“. Ja so war es auch. Es waren viele bekannte Gesichter vor Ort, es hätten noch mehr sein können. Einige traf man gar nicht, obwohl man wusste, dass sie dort waren.

ConventionCamp Hannover 2010
Das ConventionCamp stellt Ingo Stoll vor die Herausforderung eine Convention mit einem BarCamp zu kreuzen. Ich denke dieser Aufgabe ist das Team um Ihn völlig gerecht geworden. Chapeau für das Engagement und die (für mich) völlig reibungslose Veranstaltung. Ingo Stoll erklärte im Closing, er wolle mit der Veranstaltung den Grünstreifen zwischen „Szene“ und Wirtschaft treffen. Ich denke, dass war in diesem Jahr besser denn je, zumindest was mich betrifft (alles andere ist mir ja auch völlig egal, so egoistisch bin ich dann schon :D).

Höhen

Die Höhen und Tiefen gliederten sich etwas in den Tagesablauf. Den Peak erreichte ich bereits in dem ersten Vortrag von Gerd Leonhard. Ich hatte etwas bedenken, dass ich nach 45 Minuten Kopfnicken voller Zustimmung Muskelkater bekommen würde. Sein Vortrag zum Thema „Die Zukunft von eCommerce & Busines“ war professionell aufbereitet. Ich habe gestern schon etwas geschwärmt und kann mich nur wiederholen, ich habe selten einen Speaker erlebt, der so kurzweilig ein Thema auf den Punkt bringt. Großartig. Die Slides gibt es zum Download, schließlich sind Daten das neue Öl.

Zwischenspiel

Danach ging ich zum Netzwerken (bingo-deutsch: socializen) über, wie so oft eigentlich. Ich ließ mich noch ein der Session von @dorra und @abotis blicken. Das Nachmittagsprogramm verbrachte ich im Foyer um mit vielen spannenden Menschen zu reden. Hervorheben möchte ich hier @manomama und @pant3r, welche einen äußerst kurzweiligen Humor an den Tag legten. Ich hätte mir gern Sessions angesehen, aber ich wurde auf dem Weg in die Räume meist von irgendwem in ein Gespräch verwickelt. Was letztlich genauso wertvoll ist. Ich habe also getan, was ich ohnehin am Besten kann: viel gebrabbelt 😉

Tiefpunkt

Der Tiefpunkt wurde dann am Abend erreicht. Thomas Pfeiffer hielt die Laudatio zum ersten Deutschen Social Media Preis. Ich war etwas verwirrt anfangs, da ich eigentlich eine respektable Meinung vor Ihm und seinen Aktivitäten habe. Das was er jedoch gestern in Hannover ablieferte, war nicht ansatzweise akzeptabel. In einer BarCamp-Session hätte er damit den Saal leer geräumt. Ich denke, viele sind (einige nicht) – so wie ich auch – aus Respekt vor den Projekten und Preisträgern sitzen geblieben. In meiner Sitzreihe hörte niemand nach 5 Minuten mehr zu, auch vor uns war man mit anderen Dingen beschäftigt. Der Herr neben mir fing an in einen Magazin zu lesen. Man kann ja über den Präsentationsstil geteilter Meinung sein, aber bei „Witzen“ wie „damit das kleine Schwarze, den kleinen Schwarzen nicht ausbeutet“ oder der Analogie von Kommunikation auf Augenhöhe mit Beispiel von Stuttgart 21 zu bringen. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass der Herr, der sein Augenlicht durch einen Wasserstrahler verlor, auf Augenhöhe mit dem Staat ist. Ich habe gedacht, ich bin im falschen Film und mit dieser Einschätzung war ich gewiss nicht alleine. Die Preisverleihung war den Preisträgern nicht würdig und für meinen Geschmack eine mittelschwere Katastrophe.

Fazit

Insgesamt war das ConventionCamp eine tolle Veranstaltung, wenn man den Social Media Preis ausklammert. Ich habe mir den 08.11.2011 bereits geblockt, denn ich werde im nächsten Jahr auch wieder dabei sein, keine Frage. Danke Ingo, Andy, Daniela, Patrick und euer Organisationsteam, die einen riesen Job gemacht haben! Abschließen möchte ich mit den Worten des 3. Initiator im Bunde. Herr Prof. Dr. Klaus-Peter Wiedmann, der im Opening sagte „Sie können mich gern unterbrechen…. das macht auf jeden Fall Sinn“.

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