Apple iPad – es ist das wie, nicht das was

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Die Keynote ist vorüber und die Welt weiß nun, dass das es kein OS 4.0 für das iPhone gibt. Am Rande wurde noch der digitale Bilderrahmen vorgestellt. Bevor hier die Apple-Fanboys aber das Flamen anfangen, es geht nicht um das Produkt direkt und schon gar nicht ob nun angebissenes Fallobst gut oder schlecht ist. Apple hat es durch raffinierteste Marketingzüge abermals in den Fokus geschafft, auch das ist Geschichte.

Da kommt es also dieses iPad. Multitouch im Großformat etc pp. schieben wir die technischen Dinge mal zur Seite und was sehen wir? Ich empfehle euch als erstes das Video unter iPad Features anzusehen. Achte dabei mal auf die Jobpositionen der Menschen in dem Video, vergleicht das mit der Mimik und schaut den Leuten in die Augen. Das ist der Grund, wieso das iPad erfolgreich werden wird. Es kann (fast) nichts neues. Touchpads gibt’s schon länger, Notebooks mit drehbarem Screen auch. Mit denen kann ich auch alle diese Dinge machen, oder nicht?

Was ist also nicht neu:

  • Surfen
  • Mails schreiben und lesen
  • Photos angucken
  • Videos gucken
  • Youtube
  • Musik hören
  • iTunes
  • Landkarten angucken
  • Kontakte verwalten
  • Termine verwalten
  • Desktop
  • Dektop-Suchen gibt es auch schon

Es ist die Art und Weise. Es klingt banal, aber der Designer hat es in einen Satz gepackt. Du brauchst dich nicht auf das Gerät einstellen, es stellt sich auf dich ein – im übertragenen Sinne. Das Produkt wird erfolgreich werden, weil es daran Spaß macht eben diese althergebrachten Sachen zu tun. Die Leute, die es entworfen haben, haben sich richtig Gedanken gemacht. Sie haben eine so hohe Loyalität zu dem Produkt als auch dem Unternehmen, dass sie wie kleine Kinder vor der Kamera sitzen. Und genau das ist es, was vielen in der Gesellschaft einfach fehlt. Es geht um Geld, es geht um Bilanzen, man ist „Manager“ weil sie BWL studiert hat. Man fährt ein dickes Auto. Was man dabei vergessen hat, ist die Liebe zum Detail. Spaß ist ein weit unterschätzter Faktor. Wer von euch nutzt Foursquare? Wieso? So was gibt’s doch schon oder nicht? Ach, weil es Spaß macht? 😉

Nehmen wir nur die Szene, wo das iPad während der Fotoshow demonstrativ einem Gegenüber gezeigt wird. Auch diesen Effekt kann ich erreichen, allerdings nur mit Eigeninitiative. Ein Designer fand es vielleicht blöd, jedes Mal das Bild um 180° kippen zu müssen, also macht es das Gerät von selbst. Die Animation beim Lesen gibt den oft vermissten Flair eines Buches zurück. Die Technologie ist vielleicht neu, der Effekt besteht seit circa 10 Jahren im Netz (Stichwort DHTML oder wegen mir auch Flash).

Apple präsentiert leuchtende Augen und Menschen, die von diesem Produkt bedingungslos überzeugt sind. Wo findet man so etwas heute noch? Habt Ihr schon mal jemand authentisch euphorisches vor euch gehabt? Habt ihr ihm das Produkt abgekauft? Dies lässt sich auch in jeden anderen Bereich übertragen, auch wenn Apple hier die Perfektion vor macht. Ruft euch diese Gedanken mal die nächsten Tage ins Gedächtnis, wenn Ihr irgendein Produkt kauft.

Hut ab vor der Leistung, auch wenn ich mit Apple nicht großartig verwurzelt bin. Was dies alles mit Webseiten und Onlineshops zu tun hat? Ihr solltet von selbst darauf kommen.

Dieser Artikel wurde auf einem Microsoft Betriebssystem mit einem Microsoft Textverarbeitungsprogramm geschrieben. Ich lebe noch ohne Beschwerden.
PS: Ist euch eigentlich bewusst, dass der Mensch in der Regel Emotionen kauft? :pfeif:

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