Coca-Cola schafft es häufiger, durch raffinierte Ideen, seine Markenbotschaft »Freude« zu platzieren. Ob mithilfe der Namen auf einer Flasche oder mit zwischenmenschlichen Tipps – der Getränkegigant setzt klar auf ein emotionales Markenerlebnis. Eine tolle, wenn auch umstrittene, Idee platzierte Coca-Cola kürzlich in meine Heimat des Herzens: Dubai.

Die Entwicklung der Stadt Dubai in den letzten 10 Jahren ist vielen Südasiaten zu verdanken. Indern, Pakistani und Menschen von den Philippinen machen etwa 55% der Stadtpopulation aus. Es geht beiweitem nicht allen so gut, wie wir das aus den Dokus vom Burj Khalifa gewohnt sind. Machen wir uns nichts vor, den Menschen auf den Baustellen geht es vergleichsweise scheiße. Sie verdienen um die 6$ am Tag und sehen außer Unterkünften nicht viel. 90% des Geldes werden schätzungsweise in die Heimat geschickt.

Coca-Cola brachte in die Unterkünfte eine Telefonzelle, bezahlt wurde mit einem Coca-Cola-Deckel. Für jeden Deckel gab es 3 Minuten Telefonzeit – angerufen werden konnte in alle Welt. Die Meisten telefonierten nach Hause – verständlicherweise. Ich finde es gut, was sich Coca-Cola und die Agenutr Y&R ausgedacht haben. Schaut euch den Spot an.

https://www.youtube.com/watch?v=zlA9tXYxD8g

Die Aktion trifft nicht nur auf Beifall. Es wird aus dem Spot nicht klar, ob die Arbeiter die Flaschen kaufen mussten, die umgerechnet etwa 40-50 Cent kosten. Es kommt auch Unmut auf, weil die Telefonzellen nicht sonderlich lang vor Ort standen. Ich bin zweigeteilter Meinung, denn bei jeder »Charity«-Aktion, könnte es länger oder besser sein. Daher habe ich auch auf eine Recherche bzw. Nachfrage bei Coke Deutschland verzichtet. Ob hier Coca-Cola etwas »Gutes« tut oder ein Multi-Milliarden-Unternehmen an den verarmten Arbeitern bedient, das muss jeder für sich entscheiden. Ich belasse es bei: Wenn Du jemandem ein Lächeln ins Gesicht zaubern kannst, tu es.

Ich wünsche mir, dass Coca-Cola die Dinger zukünftig zu jedem Feiertag dort aufstellt – jetzt wo sie gebaut sind, kann man sie auch in Benutzung halten.

Kai Thrun
Autor

Hallo, ich bin Kai - der Autor dieses Blogs. Ich berate Unternehmen, damit sie sich in ihrer digitalen Kommunikation verbessern. Ich gebe mein Wissen im Rahmen von Seminaren, Workshops und Vorträgen weiter. Als Social Media Experte kommentiere ich hier im Blog seit 10 Jahren Kampagnen, Reisen und persönliche Erlebnisse.

3 Kommentare

  1. Coca Cola hat das hauptziel mehr Getränke zu verkaufen! Menschen Glücklich machen ist für diese Firma ein „Marketing Move“. Mir persönlich gefältl die Werbung aus den Gründen die du angefüht hast nicht.
    Das Multi-Milliarden-Unternehmen will keine Entwicklungshilfe betreiben sonden das Immage erwerben das sie Menschen glücklich machen.

    Ich finde es aber dass auf die schlechten Arbeitsverhältnisse von Gastarbeitern in Dubai aufmerksam gemacht wird zum Cola kauf animiert mich die Werbung nicht.

  2. Ich finde es auch in gewisser Weise Erschreckend wie sich Coca-Cola in letzter Zeit als Gutmensch verkauft. Sie sind immer noch ein Konzern mit Aktionären im Rücken, die Profite sehen wollen. Deshalb kaufe ich denen ihren Image-wandel nicht so wirklich ab.

  3. Ich schaue mir die Werbung gerne an, mir gefällt die. Auch die anderen Spots gefallen mir gut, einfach weil man marketingtechnisch so viel lernen kann davon. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, sei mal dahin gestellt. Man kann jetzt auch über Zigaretten- oder Wodkawerbung streiten, aber letztlich lernt man vor allem eins: Man muss Bedürfnisse in einem Kunden / Interessenten wecken, damit er/sie die Produkte kauft. Und DAS hat Coca Cola super drauf.

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