Wer eigene Google Business-Eintrag betreibt, sollte diesen regelmässig kontrollieren bzw. pflegen. Es ist eine Binsenweisheit, die jeder Marketer seinen Kunden, Freunden und Lieblingseckkneipen empfohlen hat. Wir wissen allerdings, die Realität sieht anders aus. An meinem eigenen Erlebnis möchte ich mal darlegen, wieso es wichtig ist, die Bewertungen im Auge zu haben.

Ich bin während des Lockdowns in die Schweiz ausgewandert. Neues Land, neue Kultur, neue Gewohnheiten. In meinem Fall bedeute dies, dass ich mir ein Fahrrad zulegte. Fahrräder oder besser gesagt Velos sind in der Schweiz weit verbreitet, viele haben mehrere. Ich entschied mich für ein gebrauchte Fully, immerhin wollte ich schauen, ob ich dem neuen Hobby öfter nachgehe.

Das neue Rad entpuppte sich als „Fehlkauf“. Es ist wie Frauentausch, wenn du selbst merkst, ich bin hier der Dumme, ist es zu spät. Sei es drum, das Rad benötigte eine Generalüberholung (Service). Ich suchte also in meinem Ort nach einem Fahrradladen, dem ich das Rad anvertrauen konnte.

Bei meiner Suche wurden mir einige Geschäfte ausgespielt. Die höchste Bewertung (4,8/5) mit den meisten Bewertungen habe ich zuerst zur Seite gelegt, da dies entweder eine sichere Bank oder Fake-Bewertungen sind. Ein anderes Geschäft zog seine Aufmerksamkeit auf sich, da es an einer Hauptstrasse liegt und ich daher schon öfters daran vorbeigefahren bin. Ich schaue mir die Bewertungen des Fahrradgeschäftes an und lese wiederholend: Verkäufer unfreundlich, wenn man keine Ahnung hat. Da ich nun mal wenig Ahnung von Velos habe, habe ich kein Interesse daran, mich zusätzlich noch blöd behandeln zu lassen.

Ich lande also in dem anderen Fahrradgeschäft, nachdem ich mein Problem per Facebook-Direktnachricht erläutert hatte. Sowohl der Chat als auch die Bedienung vor Ort waren tadellos. Der Hammer kam mit der Rechnung des Services, den ich etwas ausweiten liess. Der hintere Dämpfer benötigte einen Service, 2 neue Reifen, 1 neuer Bremskolben und zusätzlich den normalen Service inkl. Flüssigkeiten. Ich bezahlte am Ende 730CHF. Die Servicewartungen oder gar ein Neukauf noch nicht einberechnet.

Der Knackpunkt an dieser Geschichte? Das Geschäft mit dem mehrfach unfreundlichen Personal und nicht weiter gepflegten Rezensionen, wird nie erfahren, dass ich nicht ihr Kunde geworden bin. Ich bin nur ein Einzelfall. Wie viele Einzelfälle gibt es? Wie viele weitere Fälle gibt, weil die Einzelfälle nun ein anderes Geschäft empfehlen, weil sie möglicherweise dort zufrieden sind? Ich erachte nicht jeden Negativ-Eintrag für einen Hinderungsgrund, Mist gibt es überall – es unkommentiert im Raum stehenzulassen, lässt mich allerdings annehmen, dass darin ein Stückchen Wahrheit steckt.

Es ist letztlich nicht meine Aufgabe, die Validität zu überprüfen. Es ist mit einfachen Handgriffen getan. Ich erwarte nicht von jedem ein super aktives Communitymanagement, aber so 1x im Monat, kann man sich ruhig anschauen, was die Leute über einen schreiben. So neu ist das mit den Bewertungen im Internet jetzt nicht mehr…

Kai Thrun
Author

Hallo, ich bin Kai - der Autor dieses Blogs. Ich bin Content Creator mit Erklärbärsyndrom, was mich dazu brachte, diesen Blog 2009 zu starten. Ich schreibe hier über meine privaten Gedanken, Begegnungen mit Menschen oder Marketing-Kampagnen, die ich bemerkenswerte finde.

1 Comment

  1. Oh ja, das kenne ich auch. Es sollten mehr Firmen und Selbständige die Google Bewertungen ansehen. Und auch mutig genug sein, entsprechend zu antworten. Ich kenne das nicht mit einem Fahrrad, aber mit Restaurants 😉

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