Die Welt dreht sich schneller denn je, und es ist kein Ende in Sicht. Wenn wir Menschen nicht mehr mitkommen, werden Rechner/ Roboter für uns übernehmen, wie es die ersten Versuche bereits im Journalismus gibt.

Die Informationsflut kann schon heute nicht mehr konsumiert werden

Zwei wesentliche Dinge, die unsere Aufmerksamkeit endlich erfordern, sind Aufmerksamkeit und der sog. Contentshock. Den Begriff des Contentshock hat US-Blogger Mark Schaefer geprägt. Er wirft die Frage auf, ob der heute produzierte Inhalt überhaupt noch konsumiert werden kann. Die Antwort auf die Frage ist bereits heute ein klares Nein. Selbst für News-Junkies wie mich wird es immer schwieriger, den Überblick zu behalten. Wir haben Content im Überfluss.

Hyper, Hyper

Das Zeitalter von Langerweile, welches in den 90ern seinen Höhepunkt fand, ist vorbei. Das wissen wir seit Jahren, aber wir haben es nicht berücksichtigt bzw. gekonnt ignoriert. Mit dem Urknall von Pokémon Go in der letzten Woche, ist es mehr als offensichtlich wie rasant sich Dinge verändern können. Über all auf den Straßen sieht man Smombies und das in einem so digital zurückhängenden Land wie Deutschland. Überall wird berichtet, wo Menschen auf die Straße gehen, um Pokémon zu fangen.

Ich spiele selbst und ich erfreue mich an dem positiven Vibe, der durch die Straßen strömt. Ich denke, dass tut uns mal ganz gut, wenn wir vorgeben würden, die Deutschen wären ein freundliches Volk. Dies aber nur als Randnotiz.

Am Prinzip hat sich nichts geändert

Für Medienmenschen bedeutet dies im Grunde nichts anderes, als die letzten Jahre auch: Abwarten, beobachten, adoptieren bzw. verwerfen. Die Zeiten sind temporeicher geworden, wo sich der Weg in zwei unterschiedliche Wege gabelt: kurz und langfristig. Kurzfristig können Gastronomen durchaus vom Pokémon-Hype profitieren, und wenn diese nicht affin genug sind, benötigen sie Hilfe. Punkt. Gastronomen werden aber bei Pokémon-Spielern Pluspunkte sammeln, auch wenn auf den ersten Blick erstmal affig klingen mag. Fakt ist aber, dass sich Menschen immer in ihren Interessensgruppen organisieren. Ob dies langfristig und nachhaltig ist, steht auf einem anderen Blatt Papier. Aber bitte wirf nicht beides in einen Topf. Die zwei Paar Schuhe, die du hier vergleichen möchtest, heißen Marketing und Vertrieb, Branding und Sales – und kann man ruhig differenziert betrachten, auch wenn dies in der Praxis selten (aber erfolgreich) Anwendung findet.
Im Prinzip hat sich trotz der hohen Schlagfolge von neuen Themen nichts geändert, wenn man dem bewährten Prinzip der zwei Netzwerke folgt. Man bedient seine 2 primären Netzwerke mit originären Inhalten und schleift den Rest mit bzw. verzichtet darauf. Dies gilt nicht für Unternehmen, die Ressourcen für mehr haben. Es werden unabhängig der Anzahl der Netzwerke Zugpferde bleiben, die für die Ziele wie Rückmeldungen zur Produktverbesserung, Verkauf oder einfach Traffic besser geeignet sind als andere. Auf die sollte man sich so lange konzentrieren, wie sie für einen funktionieren. Gleichzeitig werden neue Dinge in Ruhe evaluiert, um am Puls der Zeit zu bleiben.

Den Hype beobachten

Die Unruhe bei neuen Dingen ist völlig unbegründet. Nehmen wir eine App wie Prisma. Die kann über schöne Bilder noch schönere Filter legen. Ende. Thema durch. Mehr muss man über Prisma nicht wissen. Ein Hype der in 15 Minuten abgehandelt ist, wenn man sich testweise die App noch installieren möchte. Ich habe dies im Übrigen nicht getan, wozu auch – ich habe keinen Filter über meine Bilder-Problem.

Paralell-Universen

Snapchat hingegen hat nicht nur Filter darüberlegen und ein Gesicht wie ein Toast haben, sondern ein Netzwerk dahinter. Die Art der Produktion sowie das Format Video sind für mich Elemente, die das Thema interessant machen. Ich nutze Snapchat ganz gern. Ich nutze hingegen kein Pinterest, weil es mich nicht anspricht. Dafür bin ich auf 500px – einem … Hochglanz-Foto-Netzwerk. Was ich damit sagen möchte, ist, dass das Volumen von Inhalten bereits heute so groß ist, dass wir ohnehin uns für eine Scholle entscheiden müssen, auf der wir dahintreiben. Die Netzwerke selbst sind so groß geworden, dass jemand auf Facebook, Twitter, Instagram, YouTube oder sonst wo mehrere Millionen Follower aufbauen kann, ohne dass ich den Namen nur einmal gehört hätte. Diese Accounts erreichen mit ihren Botschaften mehr Mitmenschen als kleine TV-Sender und ich habe noch nie von ihnen gehört. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Es gibt keine Generation Y

Marketeer sprechen von immer individueller werdenden Inhalten, die auf jeden persönlich zugeschnitten sind. Der Traum für alle, die irgendwann eine Persona geschrieben haben. Die Paradoxie zwischen des Granulat des Inhalts auf eine Einzelperson und dem Einteilen in Generationen (X, Y, Z) wird dabei gern ignoriert. Ich werde es auch nicht verstehen, wieso man von der Generation-Y spricht, während versucht wird, Maria, Thomas, Dennis, Laura, Emma und Maurice zu erreichen und einzeln anzusprechen. Ich halte die Generationskiste für Nonsens. Der Haken an der Sache mit der Generation ist, dass die aufgebauten Beziehungen nicht nachhaltig genug sind. Ich möchte nicht anzweifeln, dass man mit kurzfristigen Kampagnen Treffer landet. Ändert sich jedoch eine Variable, kann der Verbund unnötig und für immer verloren sein. Der Wert des Kunden auf Lebenszeit (langfristig) geht dabei komplett in die Tonne.

Verhaltensmuster über alle Altersgruppen hinweg

Wenn wir schon beim Alter sind. In den letzten 10-15 Jahren hat sich das menschliche Verhalten drastisch verändert. Es findet jedoch kaum Beachtung. Wie Verhalten sich denn Menschen Mitte 30, Mitte 40? Menschen über 50 spielen gerade Pokémon Go. Viele 30jährige verhalten sich eher wie Mitte 25. Das komplette Alterskonstrukt verschiebt sich nach vorn. Hierfür ist Snapchat ein gutes Bespiel. Aber Obacht! Die Behauptung, dass sich die Jugend auf Snapchat von älteren Nutzern belästigt fühlen, offenbart lediglich, dass scheinbar noch keinen Blick in die App geworfen hast. Diese Entwicklung dreht sich aber nicht nur um Apps. Emojis sind keine 5 Jahre alt und werden über alle Generationen hinweg benutzt. Die Ausrede des Alters ist heute obsoleter denn je.

Der höchste EQ gewinnt

Ich bin überzeugt und ich denke, es war schon immer so – die Person mit dem höchsten EQ (Emotionaler Intelligenz), wird die Nase vorn haben. Die These lässt sich recht plakativ stützen. YouTuber sind das Ergebnis davon. Ich kann den meisten deutschen YouTube-Stars nichts abgewinnen. Ich honoriere aber ihre Arbeit. Ich schaue mir selten Videos von ihnen an. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie erfolgreich sind. So belanglos es nun im ersten Moment klingen mag, wenn in einem Video ein neuer Nagellack vorgestellt oder irgendwer in den Urlaub fährt.
Spätestens mit dem Erfolg von Bilou, dem Duschschaum von Bibis Beauty Palace, weiß man: Damit lässt sich im echten Leben, echtes Geld machen. Machen wir es kurz: Die Fans haben bei dm die Regale buchstäblich leer gekauft. Die dm-Server brachen am Launch-Tag mehrfach zusammen.

Man muss diese YouTuber nicht mögen, aber deswegen sollte man nicht über die Fakten hinwegsehen. Unbedeutsame Videos, die niemanden interessieren und keinerlei Relevanz haben, mag man unken. Diese Videos führen jedoch zu einer Bindung zwischen zwei Menschen. Sie führen zu einer menschlichen Interaktion. Die höchste Verbindung, die Menschen miteinander haben können. Woraus Sympathie, Loyalität und starkes Interesse entsteht. Das Produkt daraus sind Fans. Und Fans geben später mehr Geld für Fan-Artikel aus. Diese Leute sind für diese Sache hoch emotionalisiert.

The EQ Winner takes it all.

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