Die eIDEE. Ein Wettbewerb für den digitalen Handschlag. Der Wettbewerb ist von der Bundesdruckerei ins Leben gerufen worden. Er gibt in 5 Kategorien die Möglichkeit innovative Ideen zu den Themen Personalausweis, mobile Payment oder auch Sicherheitskonzepten anzustoßen.

In den Kategorien Unternehmen und Institutionen, Start-Ups, Privatpersonen sowie den Sonderpreisen der Region Berlin-Brandenburg Designprojekte, Schülerprojekte wurden am 11. November 2014 die Sieger gekührt. Nachdem nach der re:publica klar war, ich müsse mich irgendwie mehr einbringen, fiel mir die Zusage zur Jury leicht.

Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Eröffnung der Preisverleihung

Die Kategorie Privatpersonen halte ich für wichtig, da sich die Bundesdruckerei hier dem Bürger gegenüber öffnet. Es ist das richtige Signal, damit der Wettbewerb in Zukunft sicher weiter wächst. Die Jury in der Kategorie Privatpersonen stellte eine Vorstufe da. Sie bestand aus Robert Basic, Cornelia Diedrichs, Milos Willing, Falk Hedemann und meiner einer. Wir wählten aus über 100 Einreichungen letztlich 10 aus, die durch eine offene Wahl (Online – Mailadresse hinterlegen) eine Siegerin fand: Petra Glocke.

Kategorie Privatpersonen


Frau Glocke und ihr Sohn haben eine konkrete Idee zum »digitalen Bürgeramt«. Und wenn man so liest, dass selbst Städte wie Berlin nicht anständig mit dem digitalen Umgehen können, wird es höchste Zeit, dass umgesattelt wird. Die Idee ist es, das Bürgeramt auf komplett digitale Säulen zu stellen, um Zeit und Frustration auf beiden Seiten zu sparen. Eine Verifizierung könnte über die Personalausweisnummer vor Ort stattfinden, die Unterlagen liegen dem Bearbeiter bereits digital vor. Die Zeiten, wo ein Formular vergessen worden ist, falsch ausgefüllt wurde oder man nochmal erneut wiederkommen muss, wären dann im Idealfall vorbei. Ein Portal für alle Belange, wenn man so möchte.

Die Idee ist sehr naheliegend, aber wenn ich mir die Amtsstuben so anschaue, schätze ich: Es wird noch etwas dauern. Herzlichen Glückwunsch Frau Glocke und viel Spaß mit ihrem gewonnen Tablet inkl. Internet-Startpaket von blau Mobilfunk.

Kategorie Unternehmen und Institutionen


Eine Idee, die mir gut gefallen hat, kam von Daniel Rohnert (Telekom). Die Idee handelt von dem digitalen Testament. Was passiert mit den Accounts, die man so hat, wenn man verstirbt? Was wäre im Wille des Verstorbenen gewesen? Diese Fragen könnte sich jeder selbst beantworten, da es zukünftig vielleicht eine Stelle gibt, wo man sich zu Lebzeiten mit diesen Fragen selbst auseinandersetzen kann.

Die Idee wird mit 10.000 Euro in Sach- und Beratungsleistung von der Bundesdruckerei gefördert. Ich finde die Idee gut, weil wir alle uns mit dem Thema Tod auseinandersetzen müssen und das Internet kein Trend mehr ist.

Kategorie Start-Ups


Start-ups sind für den Wettbewerb Unternehmen, die nach 2011 gegründet worden sind. Die commocial GmbH ist genau 1 Jahr alt und hat gerade die Infrastruktur aufgebaut, um mobile Endgeräte in digitale Ausweise sowie mobile Payment-Lösungen zu verwandeln. Über eine Multifaktor-Authentifizierung auf Banking-Sicherheitsstandards kann eine Alters und Identitätsverifizierung stattfinden. So ist es dann zukünftig möglich, sich bei Akzeptanzpartnern ausweisen und oder auch zu bezahlen.

Ich könnte die Lösung gerade prima gebrauchen. Ich habe meinen Ausweis verlegt :X

Kategorie Designprojekte


Bei der Kategorie Designprojekte war ich gespannt, was dabei rausgekommen ist. Die Gewinnerin Madeleine Cordier ist Studentin und hat eine Multi-Funktionskarte entworfen. Eine Art Personalausweis, Führerschein, EC- und Kreditkarte, Krankenversicherungskarte und Knax Ausweis. Gespeichert werden die Daten auf unterschiedlichen RFID-Chips und ausgewählt wird das Ganze über ein eInc-Display.

Der mit 2500 Euro betitelte Preis klang nach etwas, was hier und dort vielleicht bei Kickstarter aufgepoppt ist. Frau Cordier schien etwas schüchtern, und lies im Nebensatz dann fallen »ach so, einen Prototyp habe ich dabei«. Hut ab, die Idee gleich in eine Umsetzung zu gießen, welche vom Frauenhofer-Institut unterstütz wurde. Viel Erfolg!

Kategorie Schülerprojekt


Bei den Schülerprojekten waren Schüler und Studenten von 16-20 Jahre aus Berlin und Brandenburg gefordert. Das Siegerquartett kommt von der Fritz-Reiter-Oberschule und heißt Olga Born, Nicole Dzikowski, Laura Fröhlich und Lea Kuntz (16 bzw. 17 Jahre). Ihre Idee ist es, eine übergeordnete Instanz zu schaffen, auf denen Nutzer einen zentralen Account haben. Eine vorherige Identitätsprüfung verifiziert den jeweiligen Nutzer, um mit einer zeitlich begrenzten Karte Logins durchführen zu können.

Ihnen schien es weniger um den zentralen Login zu gehen, so zumindest mein Eindruck. Der Truppe ist es wichtig, dass ein einmal geknacktes Passwort nicht missbraucht werden kann. Dem Problem, dass viele gern für alles ein einziges Kennwort benutzen, scheint ein sehr gegenwärtiges Thema bei den Schülern zu sein. Wie sie auf Ihre Idee gekommen sind, wollten sie nicht sagen. Die 2500 Euro vom Verein sichere Identität Berlin-Brandenburg e. V. können sie in ihrer Klassenkasse allerdings gut gebrachen. Darin waren sie sich einig.

Es ist gut zu sehen, dass Schüler sich heute auch um so leidige Themen wie Passwortverwaltung einen Kopf machen.

Fazit


Die Preisverleihung im Foyer der Bundesdruckerei bot einen passenden Rahmen. Moderation, Rahmenprogramm und Ideen machten einen guten Eindruck. Es gibt sicherlich ähnliche Ansätze oder Parallelen zu einigen Ideen. Es ist ein Zeichen, dass wir uns auf dem digitalen Weg weiterbewegen müssen. Die aufkommenden Fragen nach fehlenden Lösungen werden in Zukunft nicht leiser. Der Austausch von Daten auf eine sichere und schnelle Weise (digitaler Handschlag) wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Ähnlich wie in anderen Bereichen wird es nicht nur eine Lösung geben (dürfen).

Ich bin gespannt, wie sich dieses Themenfeld entfalten wird. Ich begrüße es, dass die Bundesdruckerei auch im nächsten Jahr, wieder einen Wettbewerb initiieren wird.

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