Der Runde Geburtstag der re:publica ist vorbei. Für einen ist es Europas größte Internet-Konferenz, für die Anderen ist es die große Klassenfahrt im Jahr. Da ich dieses Jahr außer Sascha Lobo nichts vor Ort gesehen habe, ist es meine Klassenfahrt.

Die #rpTEN ist größer und vielleicht erwachsener geworden. Es sind mehr Leute. Es gibt viele neue Leute. Einigen ist der Flair abhanden gekommen. Es ist vieles gleich geblieben und das ist gut, einiges hat sich verändert und das ist auch gut. Die re:publica war nicht perfekt. Der Affenfelsen ist zu offen, man wusste montags nicht, was man mit der re:lax Area machen sollte und viele Räume waren überfüllt. Letzteres war der Grund, wieso ich es aufgab, irgendwo aktiv hinzugehen. Ich werde mir einiges einfach online in den nächsten Tagen anschauen.

Ich muss sagen, dass ich den Vortragwurf von Sascha Lobo dieses Jahr nicht so zündend fand wie in den Vorjahren. Ich hatte den Eindruck, der Funke sei nicht übersprungen. Es war kein Handlungsaktionismus zu spüren. Inzwischen sehe ich es anders, nachdem ich mich bei Johnny und Tanja Heussler persönlich für den Schweiß, die Mühe und das Herzblut bedankt habe. Nach einigen Bier sagt man zwar viel dummes, aber Kinder und Betrunkene sagen oft auch die Wahrheit.

Die Wahrheit ist: Wir brauchen die re:publica. Und wir müssen weiterhin hinfahren. Wir, die die gern in der Vergangenheit blicken und manch einer tut, als wäre früher alles besser gewesen. Das war es nicht und die #rpTEN war auch nicht perfekt. Das ist ok. Wir brauchen aber einen festen Termin im Jahr, wo wir uns treffen. Wo wir darüber reden, was alles passiert ist. Wo bei uns weniger Politikinteressierten Snowden, TTIP und Überwachung Gesprächsthemen sind. Deswegen muss ich Lobo zustimmen. Politik und Netz sind nicht meine Kernthemen, aber trotzdem muss die re:publica unterstützt werden. Die Sessions sind überfüllt und trotzdem müssen wir wiederkommen.

Die Themen, die eben auch auf der re:publica präsent sind, müssen in den gesellschaftlichen Mittelpunkt geschoben werden. Und eigentlich reicht da einmal im Jahr gar nicht aus. Es ist nicht viel passiert nach Snowden, aber wir müssen es trotzdem machen. Ich nehme euch alle in die Pflicht, die ihr zur Klassenfahrt anreist und nicht eine Konferenz in der re:publica sehen. All jene, die ihre Hotelzimmer buchen mit der Veröffentlichung des nächsten Termins. Wir müssen trotzdem, weiter die Leute unterstützen, die sich um die Themen die anderen 362 Tage im Jahr kümmern. Es ist völlig egal, ob wir uns für politische Themen interessieren. Verbreiten müssen wir sie aber trotzdem.

Ich danke dem Team der re:publica für die viele Arbeit, der tollen Veranstaltung, dem großen Klassentreffen und der Erinnerung, dass wir die wichtigen Themen nicht aus den Augen verlieren dürfen. Ich möchte mich außerdem für die vielen, vielen tollen Gespräche, Diskussionen, Ideenspinnereien und Kennenlernen bedanken. Es war mir eine große Freude und die Strapazen waren es wert. Wir sehen uns 2017 in der re:lax Area bei einem Hopfensmoothie. Der Kartenvorverkauf beginnt im November, ich komme trotzdem 😉

PS: Wer wie ich keine Vorträge gesehen hat: There’s a list for that
PPS: Einige von den Leuten, die ich auf der rpTEN getroffen habe, stelle ich auf neuen Facebook Page vor!

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