8 Aussagen, bei denen Sie den Webdesigner wechseln sollten

0

Es gibt immer wieder Argumentationsketten, die Webdesigner gegenüber dem Laien anstoßen. Vieles ist durchaus richtig, vieles grenzt allerdings an völligem Unsinn. Unsinn, den die gebeutelte Branche eigentlich ohnehin nicht gebrauchen kann. Hier also 8 immer wiederkehrenden Aussagen von Webdesignern, bei denen man spitze Ohren bekommen sollte. Denn meistens fehlt fundiertes Wissen, denn Webdesigner kann jeder sein, er muss sich eben nur so nennen.

1. Ich habe ihre Seite durch den Validator gejagt, und Sie hat…

Diese Aussage ist schön. Der Validator hat 35 Fehler und 13 Warnung gefunden. Jetzt nehmen Sie sich Ihr Telefon und sagen Ihrem Webdesigner, dass Sie den Auftrag woanders vergeben werden. Die Validation einer Webseite ist sicherlich ein Kriterium bei der Bewertung. Aber kein wirklicher Maßstab. Es gehört „zum guten Ton“, dennoch ist seit 2 Jahren (!) bekannt, dass Google keinerlei Bonus für eine valide Webseite vergibt. Wenn Sie Lust haben, jagen Sie doch mal die 100 umsatzstärksten Webseiten durch den Validator.
Hand auf‘s Herz, wenn die Validierung einer (kleinen) Webseite völlig aus den Fugen fällt, gibt es meistens weitaus wichtigere Baustellen wie Seitenaufbau, Texte, Farbenlehre etc pp.

2.Wir machen Ihre Seite in Flash, dann ist Sie …

Sollte Ihnen eine Seite in Flash angeboten werden, Sie jedoch nicht eine größere Marke sind, sollten Sie davon Abstand nehmen. Flash ist eine feine Sache, wenn man weiß, wie und wo man es sinnvoll einsetzt. SEOs werden mit dem Kopf nicken, denn Flash lässt sich schlecht(er) durch die Suchmaschinen treiben. Actionscript und Flex-Entwickler dürfen empört aufschreien.
Eine Flashseite bedeute nicht, dass Sie Ihre Webseite wegwerfen müssen. Aber diese Technik ist in der Regel großen Marken vorbehalten, da Sie über genug Power verfügen um auch mit Flash eine gute Position in der Suchmaschine zu erhalten. Häufig rechnet sich der Preis mit dem Nutzen ebenfalls nicht.

3. Sie brauchen einen Corporate Blog!

Brauchen Sie nicht. Schaden kann er aber auch nicht, denn er bringt Traffic (Besucher, Leser ggf. Neukunden). Neben Traffic können Sie ihre Kundenbindung erhöhen. Sie können aber auch ins Leere schreiben, nur damit Sie einen Blog haben. Die richtige Aussage wäre „Sie sollten über einen Blog nachdenken“, um die Vorteile die ein Blog mit sich bringen kann, für sich zu nutzen. Die Fragen, die Ihnen gestellt werden, wären „Haben Sie die Zeit um einen Blog zu betreiben? Haben Sie Themen, die Sie in ihrem Blog behandeln wollen? Und können Sie zielgruppengerecht schreiben? Kennen Sie ihre Zielgruppe?“. Ein Blog zu betreiben bedeutet mehr als nur das Tippen von Texten.

4. Ihre Webseite muss im IE6 laufen

Muss Sie nicht. Der Internet Explorer 6 muss sterben. Es ist abhängig davon, in welcher Branche Sie arbeiten, wie viele Besucher ihre Seite hat und wie viele davon mit dem IE6 kommen. In der Regel nehmen Agenturen langsam Abstand vom IE6. In manchen Fällen lohnt es sich dennoch die alte Dame mitzunehmen, spätestens wenn ihnen fünfstelliger Umsatz wegbrechen würde. Beachten Sie dabei aber auch, dass die Mitnahme des IE6 meistens mit Mehrkosten verbunden sind. Es gibt nicht viele, die den IE6 „out of the box“ (ohne Zusatzarbeit) schaffen.

5. Als CMS geht nur Typo3, alles andere ist unprofessionell

Legen Sie auf. Suchen Sie sich eine andere Agentur. Ein Autoverkäufer stellt sich auch nicht hin und sagt „Nur unsere Wagen von „Marke XY“ fahren auf der Straße vernünftig“. Sollten Sie beabsichtigen nur eine „Visitenkarte“ im Web abzulegen mit 3-4 Seiten, schießen Sie mit Typo3 mit Kanonen auf Spatzen. Das wird nicht viel bringen, außer einer guten Feier bei dem Webdesigner Ihnen etwas völlig überdimensioniertes verkauft zu haben.

6. Aussehen ist nicht so wichtig. Hauptsache es kommen Leute auf die Seite

Sie wissen schon. Wechseln Sie den Anbieter. Aussehen ist wichtig. Nicht so wichtig, wie es Designer nehmen. Designer sind berufskrank. Peer Wandiger schrieb darüber letzte Woche im Zusammenhang mit der 80/20 Regel, und er hat Recht. Das Aussehen Ihrer Webseite ist ein Baustein des Gesamtwerkes. Es ist ähnlich elementar, wie z.B. der Code für eine Suchmaschinenoptimierung. Ist Ihr Design schlecht, wird ihre Konversion ins Stocken geraten.

7. Wir müssen mit dem Design auffallen

Dies ist das Gegenteil von Punkt 6. Es wird dazu führen, dass Sie eine völlig „innovativ“ zu bedienende Seite, mit richtig viel Klimmbimm bekommen. Gut, Sie wird zu einer hohen Abbruchquote führen, weil kaum einer ihrer Besucher ihre „Innovation“ verstehen wird. Aber wenn Sie so wollen, haben Sie ein Unikat gekauft. Das führt zwar zu einer erhöhten Besucherfrustration, einem schlechten Image und einmal vergraulte Besucher werden bei Ihnen nie was kaufen.

8. Der Keyword Tag ist wichtig, damit werden Sie von Suchmaschinen gefunden

Spätestens jetzt werden Sie wissen, Ihr Dienstleister hat entweder keine Ahnung von dem was er tut oder will Sie schlicht auf den Arm nehmen.
Prof. Dr. Mario Fischer, Autor des Buches Website Boosting 2.0 und Herausgeber des gleichnamigen Magazins gibt ein wundervolles Beispiel mit seinen Keywords.

<meta name="keywords" content="Ach ja? Sie haben wohl das Buch nicht gelesen...??? Diesen Text hier liest außer Ihnen niemand.. Auch Suchmaschinen nicht... ;-)" />

Andernfalls suchen Sie doch mal nach „hier“ oder „Seite verlassen“.

to be continued…

Die Liste ist sicherlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn Du noch das ein oder andere Beispiel parat hat, bitte ich dich um einen Kommentar. Ich würde die Liste gern in einen den nächsten Artikel fortführen. Bis dahin sammele ich gern Vorschläge 😉

Keine weiteren Beiträge