SummerCamp Alfeld – das Resümee einer One-Man-Show

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Die Überschrift stimmt zwar nur in Teilen, aber darauf werde ich später noch detailliert eingehen. Ich möchte am „Tag danach“ meine Impressionen, Gedanken und Gründe schildern, damit alle was davon haben. Vorweg kann ich sagen, dass ich mit einem derart durchschlagenden Erfolg nicht gerechnet hätte. Aber man muss die Dinge nehmen wie sie kommen.

Vorbereitung

In der Vorbereitung auf der SummerCamp habe ich unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Die Pseudo-Szene kann mich mal an die Füße packen. Es gab immerhin 2 Leute, die bereit waren ihre Erfahrungen mit mir zu teilen. Andy Lenz von der t3n war eine große Hilfe, genauso wie Tobias Glawe. Beide haben meine aufkommenden Fragen stets beantwortet. Wer mir alles gar keine Antwort geschrieben hat – lassen wir es unter den Tisch fallen, es waren viele aber der Artikel wird lang genug ohne die Blender zu nennen. Ebenfalls gilt mein Dank Marc Hinse (@mademyday) der mit mir zusammen das Logo entwickelt hat, jedoch leider aus privaten Gründen verhindert war.

So begann ich mich abseits der BarCamp-Kultur zu bewegen und entwickelte mein eigenes Konzept. Viel Zeit blieb mir nicht, immerhin hatte ich knapp 3 Monate um das SummerCamp zu realisieren. Der Anspruch war kein Fiasko zu erleben und „was kannst Du alles tun, damit der Besucher sich nicht kümmern muss„. Ich begann eine Location zu suchen, die mich nicht bis auf die Knochen blamiert. Sponsoren brauchte ich weitergehend nicht suchen. Es gab einen, den ich angefragt habe – den Rest hat Sven Hennig unaufgefordert erledigt (binnen eines Tages). Vielen Dank Sven, dass Du an mich und meine Idee steht’s geglaubt hast. Mit der Zusage von o2 Business konnte ich die Kosten für die Villa deckeln und es stand fest, ich ziehe das durch. Ich habe mir wochenlang Gedanken darüber gemacht, was zu realisieren ist, was nicht, was wie gehen könnte. Viele Dinge musste ich aus finanziellen Aspekten leider streichen, einige aus Zeitmangel bis zum Termin. Nichtsdestotrotz konnte ich einige Dinge umsetzen. Für jeden 10 Namensschilder zu drucken hat sich im Nachhinein ja als äußerst kluger Zug erwiesen. CoolerMaster für das Bier hat scheinbar auch den Geschmack getroffen. Schön, wenn Ideen aufgehen.

Freitag

Das Sessionboard - richtig oldschool

Der Freitag bestand für mich darin, die Villa um 16 Uhr in Empfang zu nehmen. Der Transporter musste ausgeladen werden, Kühlschrank befüllen, die ersten Gäste in Empfang nehmen, Beamer testen, Bildproben, Leinwand aufbauen, Stühle rücken, den Samstag planen. Die Meute hatte Hunger und damit nicht alle wieder in alle Himmelsrichtungen verschwinden, habe ich vorgeschlagen, den Grill spontan anzuwerfen. Sie standen dann auch alle brav an der Futterstelle. Ich hatte Zeit in der Küche das ein oder andere zu machen (gefüllte 10 Spülmaschinengänge zu be- und entladen) und mir den Kopf darüber zu zerbrechen, wo wohl das Sessionboard hinkommt und wie das realisiert wird. Es stand außer Frage, dass das Sessionboard nicht digital sein sollte, denn die Leute sollten vor dem Board stehen, lesen, analysieren und mit evtl. anwesenden ins Gespräch kommen. Das Sessionboard sollte als Dreh und Angelpunkt für die ersten vorsichtigen Smalltalks am Samstag sorgen. Ich bin dann immer wieder zum Bahnhof gefahren um Gäste einzuladen. Die Berlinertruppe kam gegen 23:30 und die Münchner etwas später – passt schon. Bettwäsche verteilt, Schlüssel für die Schränke ausgegeben, Sticks verteilt und bei jeder Gelegenheit gefragt, ob alles in Ordnung ist oder sie noch irgendwas benötigten. Schnell noch für die Marie den Silvio aus dem Zimmer scheuchen, damit Männlein und Weiblein getrennt schlafen können. Ich bin dann gegen 1:00 nach Hause gefahren. Eigentlich wollte ich in der Villa schlafen, jedoch brauchte ich eine gewohnte Umgebung. Bis ich dann runtergekommen war hatten wir es 2:30…

Samstag

Primetime. Der Wecker klingelte um 6 Uhr, ich musste noch in die Agentur. Die DSLR-Kamera holen und einen Ausdruck für einen Gast tätigen. Da sie Redaktionsschluss am Montag hatte und noch sein Druckwerk final kontrollieren musste. Ich war so gegen 6:45 wieder in der Villa, wo mir auffiel, dass gar kein Pulverkaffee da ist. Also noch schnell in Supermarkt, Aufschnitt und Kaffee und diversen Kleinkram kaufen. An dieser Stelle meinen Dank an @crash, der beim Aufbau des Frühstücks beide Tage mitgeholfen hat. Ich begann dann damit Kaffee im Marathon zu kochen. Die Küchenfeen @dieMeyersche und vom @mcmatten die Freundin inkl. Ihm selbst trafen ein. Ein riesen Lob an euch, ohne euch wäre die Sache nicht dass gewesen, was sie letztlich war und dessen bin ich mir bewusst.

Die Leute trudelten langsam ein und ich läutete mein Opening mit einem scharfen Pfiff ein. Ruhe im Saal. Gut, dann erm erzähl doch mal was. Du weißt zwar noch nicht genau was, aber wird schon schief gehen. Ich erklärte kurz den Tagesablauf, wie ich mir ein paar Dinge vorstelle und ersparte den Leuten das übliche Gesölze, wer denn nicht irgendwas tolle mit irgendeiner tollen Sache irgendwie gemacht hat. Bevor ich sie aber in die Sessionplanung verließ, sagte ich etwa folgenden Satz „Ich kann euch nicht sagen wie es wird, wenn es euch nicht gefällt, dann schreibt einen Verriss in euren Blogs, glaubt aber nicht, dass es mich wirklich jucken wird.“ – das ist der Moment, wo Du vor ca. 50 Menschen stehst, die dich total ratlos angucken nach dem Motto „das kann er doch nicht sagen!“ und Du kein Bild machen kannst. Danach folgten noch einige verbale Seitenhiebe, und es ging langsam los. Die Leute stellten ihre Sessions vor. Danach wurde in Ruhe nach dem Interesse gefragt. Aus dem Teilnehmerfeld kam dann die Aufforderung, dass wir doch eine Vorstellungsrunde machen. Ich kann mich nicht mehr entsinnen, wer es war, aber ein weiterer unterstützte dies. Mir war es egal, wir leben in einer Demokratie und es waren ja nun alles erwachsene Leute. Das dies funktioniert habe ich ja bei Ricardo Semler gelernt.

Danach folgten noch eine Pause und die Sessions. Ich habe von den Sessions leider nicht viel mitbekommen, denn irgendwie mussten Gläser gespült werden, 5 Kisten Bier nachgekauft werden und ich konnte die Küchenfeen davon überzeugen, dass Sie noch frischen Salat machen. Ich bat dann @mcmatten und @quibbler_g dass Sie den Grill für den Mittag rechtzeitig anwarfen. Das lief super mit den beiden Bratmaxen, eine Sorge weniger. Als guter Gastgeber lässt man sich natürlich auch blicken. So zog ich, wenn ich gerade mal Luft hatte durch die Sessions. Ein Bildchen, im Türrahmen dem Vortrag lauschen, die Reaktion im Publikum beobachten. Hin und wieder meldete ich mich zu Wort, jedoch nie zu viel, damit ich durch meine präsenten Standort nicht die Aufmerksamkeit vom Vortragenden nahm.

Im Lexika bei blühendes Leben zu finden

Irgendwann am Nachmittag merkte ich bereits wie die Energie sich dem Ende neigte. Ich hatte seit etwa 36 Stunden nichts mehr gegessen, hatte aber auch keinen wirklichen Hunger. Und die letzte Malzeit war ein Käsekuchen, die da bei den Milchschnitten immer liegen. Durchhalten, denn @Abakus_Webby ist gerade eingetroffen. Ich hatte mit ihm im Vorfeld besprochen, worum sich der Vortrag in etwa handeln wird. Denn zum 100. Mal hören, dass eine Seite einen Title-Tag haben sollte, dass wollte ich jetzt keinem zumuten. Wir einigen uns darauf, dass er etwas über Linkbuilding erzählt. Natürlich überzog er, aber der Vortrag war spitze. Die Meute rauchte der Kopf und brauchte erst mal 15 Minuten Pause. Vielen Dank Alan, dass Du extra die Reise auf dich genommen hast und trotz Wochenende vor Ort gewesen bist. Genauso wie Tom aka @profi_youth, der noch auf eine weitere Veranstaltung musste.

Danach tigerte ich in durch oder um die Villa, Aschenbecher leeren, Gläser einsammeln, Tshirts verteilen. Eigentlich tat ich das immer in einer freien Minute, aber geschenkt. Die letzte Session von @muellermm schaute ich mir dann noch an, weil ich am Ergebnis beteiligt war. Ich hätte gern die Session von @tmmd gesehen, aber ihn sehe ich ohnehin öfters auf dem Stammtisch in Hannover. Während der Session machte sich mein iPhone zum unzähligen Male bemerkbar. Der DJ war da und wartete auf mich, noch ein kurzer Abstecher in die Küche, checken ob das mit dem Grillen läuft und ab dafür.

Nomnomnomnom

Ab 18:30 war dann Grillen / Barbecue angesagt. Ich konnte die Zeit für eine Auszeit nutzen und mich etwas zurücklehnen und habe mit dem DJ das Programm noch mal kurz angerissen. Danke Daniel, dass Du da gewesen bist, ich weiß es sehr wohl zu schätzen und die damit verbundenen Umstände. Gib‘ ihnen was zu Essen und sie sind glücklich. Torsten schrieb in seinem Post, um das zu schaffen hätte man Obelix heißen müssen.

Henkersmahlzeit für mich

Ganz so krass war es nicht, aber mir war es schon wichtig, dass jeder so viel bekam, damit auch alle satt werden. Das Essen war so gegen 19:45 gelaufen. Ich tastete über den Grill und es war noch genug Restwärme vorhanden, damit ich mir klamm heimlich 3 Bratwürste reinzimmern konnte. Ich hatte ein Nachgrillen abgelehnt, damit die beiden Grillmaxe sich unter das Volk mischen konnten. Es sind zwar Freunde auf die man sich verlassen kann, deswegen müssen sie aber nicht unnötig verzichten.

@elcario hatte sich aus eigenen Stücken um Powerpoint Karaoke gekümmert. Das Unterstrich eigentlich letztlich meinen Eindruck vom bisherigen Verlauf. Ich fragte noch kurz in die Runde ob sie irgendwelche Nöte hätten um dann mal beim Karaoke vorbei zu schauen. Die 20m dauerten etwa 15 Minuten, anliegende Fragen wurden an Ort und Stelle beantwortet. Ich sah, dass die Leute sich gut selbst unterhalten konnten, was mich freute. Es war allerdings recht unterhaltsam, wie man sehen kann.

hat für richtig gute Stimmung gesorgt via MP3, CD und iPad!

Ich verschob mit Daniel die Zeit des Abbaus mehrfach und ließ ihn letztlich nach eigenem Ermessen entscheiden. Mit @muellermm konnte ich etwas über Musik sprechen, irgendwann schloss sich noch @schmeet dazu. Bei „in my bed“ war es dann vorbei. Zwei Typen sangen laut genug um es noch in den umliegenden Straßen zu hören und trällerten, später rappten wir noch recht Textsicher die Songs mit. Es endete darin, dass wir vor @Eveline3112 und @ansonic eine total beknackte improvisierte Tanzeinlage hinlegten. Beide kamen gerade von der Salsa-Session.
Ich regelte noch den späteren Verlauf des Abends und die organisatorischen Dinge für den Sonntag. Ich musste dann allerdings gegen 23:30 das Fest schon verlassen, da mir mein Körper signalisierte: bis hier hin und nicht weiter.

Sonntag

Sessions gehen auch mit wenig Technik

Auf ging es in die letzte Runde. 5,5 Stunden geschlafen, Brötchen abholen, Frühstück vorbereiten und ab dafür. Es ging etwas gemütlicher zu, die Ersten reisten ab. Aufgrund meines Shuttles hat Torsten Maue im Garten eine Session/offenen Austausch zum Thema „Twittertools“ gemacht. Es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich Twitter genutzt wird und kann, und welche Sorgen manche haben oder nicht. Spannend, ohne jetzt eine richtig oder falsch Bewertung abzugeben.

Danach war ich an der Reihe. Ich hielt 2 Sessions im Anschluss. Die Erste war mehr ein offener Austausch, wie man einen Blog / Webseite pushen kann. Welche Maßnahmen wann wie greifen können und welche Dinge man sich einfach sparen kann. Dazu folgt noch eine Ausarbeitung inkl. Whitepaper. Die zweite Session ging über „Usability“. Ebenfalls null Vorbereitung. Eine Idee, die mir am Morgen kam. Wir sprachen kurz über den o2onbusiness-Shop, danach nahm ich etwas BasicThinking auseinander. PC-Spezialist glänzte damit, dass er offline war, so dass wir uns in allgemeinen Dingen verfingen. Es war ok, aber auch kein großes Zauberwerk.

@dieMeyersche war so freundlich und hat die ganze Zeit im Hintergrund in der Küche für Ordnung gesorgt, einige Zimmer bereits gefegt. Unbezahlbar sowas. Danke.

Ich überzog meine Sessions ein wenig, die Usability ging glaube etwa 1,5 Stunden. Danach bedankte ich mich noch für die Teilnahme und wir begannen mit den Aufräumarbeiten. Vielen Dank an alle, dass ihr so gut uns zugearbeitet habt. Es standen kaum Gläser rum oder so was. Die Hütte wurde gefegt, die Nasszellen geputzt und die Stühle wurden in ihren Ursprung gebracht. Danke an die Helfer, die noch hier und dort schnell den Besen oder Mopp geschwungen haben. Ich vergnügte mich im Anschluss damit, die restlichen Sachen aus der Villa in den Transporter zu verfrachten. Es erwies sich nicht als einfach, aber nach einigem hin und her räumen, passte es. Ab 17 Uhr beging ich mit dem Verwalter die Villa, noch mal durch alle Räume des Hauses, Schlüsselkontrolle, Beamer auf Vollständigkeit prüfen. Er war zu frieden, ich war zu frieden. Ab nach Hause schließlich musste der Wagen auch wieder ausgeladen werden.

Fazit

Einmal freundlich winken, bitte 😉

Die Veranstaltung hat meine Vorstellung um ein vielfaches übertroffen. Man kann ein BarCamp als One-Man-Show hochziehen in 3 Monaten. Auf dem Event selbst brauchst Du allerdings kompetente Leute, die Dir unter die Arme greifen. Top4 Twitter-Trends (de) das Wochenende. Keine Beschwerden, keine Ausfälle. Ich bin mehr als zufrieden. Die Forderung ein #sca11 zu veranstalten ist ebenfalls eindeutig. Ich stelle mir nur die Frage, wie sollte man das noch toppen? Ich werde darüber nachdenken, allerdings werde ich die Vorbereitungszeit nicht auf 3 Monate beschränken. Und sollte ein SummerCamp 2011 stattfinden, gibt es ein Pre-Invite für die Teilnehmer, versteht sich von selbst. Ich möchte mich auch bei allen für ihre Unterschrift bedanken. Ein unvergessliches Wochenende, woran ich mich gern erinnern werde. Jetzt brauche ich aber erst mal einen neuen Bilderrahmen für das Poster und dann einen neuen Job.

Wie es gewesen ist?

Ich zitiere einfach ein paar Tweets:

@toellby: „Ich bin begeister vom Netzwerker-Boost vom #sca10… alle Kanäle laufen heiss“
@schmeet: „Kai put the social in SocialMedia“ – von vielen bestätigt. (Wtf?)
@tmmd: „Um das #sca11 kommst du praktisch nicht herum.“
@svhennig (u.a. Sponsor) sowie @JuergenMayer bestätigen, ich hätte Geschichte geschrieben.

Rezensionen in den Blogs

Vielen Dank auch an die Sponsoren und Partner
o2 business
notebooksbilliger
Online PKV
Lars Ulrich Harms
Cube Travel
Wiegand Automobile
7CarAd GmbH

Danke euch, ihr ward großartig. Großen Dank auch an die Leute, die nicht vor Ort sein konnten, mich aber auf dem Weg begleitet und stets mental unterstützt haben. Ihr habt einen großen Teil beigetragen.

Ich verneige mich,
Kai

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