Gedanken zu Opel, Social Media und dem Medienbruch

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In Moment wird ja nun wieder viel darüber gestritten, wie man Social Media angeht. Während Robert mal die BWL-Seite aufwartet, fummeln sich andere noch in der strategischen Ausrichtung. Die Frage, was es ist, ist mir relativ gleich – ich stelle mich ja auch nicht hin und frage “Was ist Werbung”, um dann Zeitungsanzeigen mit TV-Spots zu vergleichen.

Wie ich bereits schrieb, sehe ich für viele Bereiche eine große Chance um über “Social Media” im Medienbruch online/offline eine emotionale Bindung zum Konsumenten aufzubauen. Sei es nun wie skizziert an einem Flughafen, für eine Airline oder an einem Bahnhof. Insgesamt können aber nicht nur Plätze, wo viele Menschen zusammentreffen genutzt werden, sondern auch “bekannte” Marken. Ein Beispiel was mir da etwas negativ ins Auge gefallen ist, wäre z.B. Opel. Es geht jetzt nicht darum, mit dem Finger auf Opel zu zeigen und den Mitarbeitern vorzuwerfen, sie würden ein seltsames Aussenbild abgeben. Ich muss schon sagen, dass ich nicht verstehe, was McCann Erickson da treibt, wenn man den Opel Ampera-Blog in ein iFrame stopft.

Das war zumindest der Auslöser für mich der Sache auf den Grund zu gehen und mir mal die Gesamtsituation anzuschauen. Twitter-Account in 2 Sprachen. Aha, mhm, ja -nee. Wenn man den Luxus hätte darüber zu streiten ob dies gut oder schlecht ist, wäre dies schön, dann könnte man sich in Haarspalterei verfangen. Den Luxus hat Opel als Marke jedoch nicht, immerhin wird nach Ihnen bereits ein “Problem” benannt. Das Opel-Problem hat nichts mit dem Toyota-Prinzip zu tun. Das Opel-Problem umschreibt “das Phänomen”, dass man ein qualitativ gutes Produkt hat, jedoch durch sein geschädigtes Image es nicht verkauft bekommt. Kurzum, Opel baut gute Autos, aber kaufen will die keiner (so richtig). Zumindest nicht mehr in der Zahl, wie es noch vor 20 Jahren der Fall war. Man schaffte einen Kult um den Manta, dass Til Schweiger sogar auf der Leinwand in einem Film zu sehen war. Manta Manta oder Manta der Film. Ansehnlich war auch der E-Kadett GSI 16V, der die Autojünger in 2 Lager teile: Golf GTI oder GSI 16V. Seitdem ist es ruhiger um Opel geworden.

Und nun? Opel macht mit dem Ampera einen großen Wurf nach vorn. Dazwischen ist aber in Moment irgendwie nichts. Die Twitteraccounts sind mäßig besetzt. Ich mag jetzt nicht schon wieder nörgeln, aber eine Antwortzeit von 2,5 Tagen halte ich bei einer Mail für normal. Für Twitter ist dies allerdings, naja sagen wir “arg langsam”.

Aber was tun? An der Stelle von Opel würde ich den Medienbruch begehen. Ich würde die Leute offline “abfangen”. Wie heißt es so schön im Marketing “man muss den Kunden dort abholen, wo er sich gerade befinden”. Wieso schickt Opel nicht einen Social Media Menschen los. Quer durch die Republik um die Leute zu besuchen. Wen besuchen? Die “Influencer”. Blogger, Twitter, Social Media-Größen – im Zweifelsfall alles was Rang und Namen hat. Das ist erstmal nicht so wichtig, schließlich habe ich nur ein paar Spinnereien im Kopf 😉
Diese Tour kann man dann getrost durch alle Kanäle pusten. Was das bringen soll? Hm, ich werde mir nicht die Mühe machen und mir einen Opel Insignia beim Opel-Händler anzuschauen. Auch wenn ich die Kutsche als Caravan OPC echt lässig finde. Den neuen Jetta allerdings schaue ich mir im Autohaus an, weil ich wissen möchte, wie er natura wirkt… ich weiss nicht, ob Opel die Zeit hat die nächsten 5-10 Jahre zu warten, damit sich evtl. im Volk rumgesprochen hat, dass man Opel wieder fahren kann. Die Fahrzeuge nicht mehr am hinteren Radkasten auseinander fallen (Rostbefall). Oder ob man schlicht die Leute besucht, Ideen, Einfälle, Gespräche führt und aufnimmt, bloggt, Probefahrten organisiert, weiß der Geier was man da alles machen könnte – den Möglichkeiten sind da ja kaum Grenzen gesetzt. Ein Vermögen kostet die ganze Geschichte auch nicht. Allerdings sollte nicht der Fehler begangen werden und es in eine “Aktion” laufen zu lassen. Der oder die Propanden sollten dann schon im Unternehmen als “Botschafter” / Social Media Manager / PRler verbleiben und die besetzten Kanäle fortführen und ausbauen sowie nachhaltig stärken.

Ich denke diese Gedankenmodell, welches einfach mal dahin gesponnen ist, kann man auf andere Unternehmen durchaus adaptieren. Ich fände es auch sehr unterhaltsam, wenn IKEA in einem Videoblog den Aufbau der Möbel seiner Kunden dokumentieren würde. Vielleicht verbunden mit Tipps und Tricks – als Plattform, oder oder oder …

Ich behaupte, wer es am schnellsten versteht, dass Social Media nicht nur online stattfindet, kann richtig Boden gut machen. Man darf dabei nicht vergessen, dass Social Media in Deutschland noch völlig in den Kinderschuhen steckt.

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