Facebook: Das kleine Pages 1×1

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Auf dem FBCamp sprach @Heiko über die Veränderungen von Facebook. Er hat allerdings auch dem Publikum Rede und Antwort gestanden. Ich habe mir aus der Session einige Statements rausgepickt und mit einem Kommentar versehen. Herausgekommen ist das kleine Facebook 1×1, das euch die Arbeit etwas erleichtern soll.

Testen, testen, testen

Erstelle Inhalte, mit denen Dein Leser interagieren kann und teste, was für dich funktioniert. Es gibt zwar über 25 Millionen Nutzer im deutschsprachigen Raum, aber nicht jeder Inhalt findet auf jeder Facebook Page seine Reichweite. Daher solltest Du regelmäßig ausprobieren, welche Formate und inhaltliche Feinheiten für Deine Page einen Unterschied machen. Die Reichweite einer Page errechnet sich nicht aus einzelnen Beiträgen.

Eine Seite wird nach Reichweite und Verweildauer gemessen

Die Währung einer Facebook Page wird in der „Engagement Rate“ gemessen. Die Engagement Rate ergibt sich aus der Reichweite eines Postings sowie dessen Verweildauer. Daher ist es ratsam, seinen Teaser-Text nicht bis ins Unkenntliche zu kürzen. Lesezeit ist auch Verweildauer.

Es gibt kein Limit

Es gibt kein Limit für die Anzahl von Postings. Es ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn Du sollst natürlich nicht häufiger Posten wie Du auch etwas Erzählenswertes zur Verfügung habt.

Mache es so einfach wie möglich, Inhalte (von deiner Seite) zu teilen

Bis zu dem Dezember-Update des Algorithmus, bei dem einige Reichweiten in den Keller gegangen sind, galt: Stumpf ist Trumpf. Dies ist zwar heute auch noch so, es liegt aber daran, wie wir Menschen die aufzunehmenden Informationen konsumieren. Text und Bilder, bei denen ich nicht aktiv nachdenken muss, werden daher oftmals häufiger geteilt – Spaß- und Sehenswertes wie 9Gag, Buzzfeed und dergleichen gehen in diese Richtung. Und schauen die meisten von Euch nicht auch Picdumps?

Eine Frage zu stellen oder wirklich etwas, das dem Leser geistige Arbeit abverlangt, funktioniert auch – ist aber im Verbreitungsprozess schwieriger. Die Erwartungen anfangs nicht zu hoch schrauben.

Der normale Nutzer geht auf keine Fanpage

Wo der Leser oder Nutzer die eingestellten Bilder, Texte und Videoclips konsumiert, ist wichtig zu wissen. Viele Leute im Social Media Umfeld machen den typischen Fehler, den auch Marketeer wissen zu vermeiden (zumindest ab einem gewissen Expertiselevel): Gehe niemals von Dir selbst aus!

Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass Nutzer Facebook am Desktop häufig benutzen. So wie wir es tun, weil wir im Büro, im Zug oder unterwegs im Cafe mit dem Notebook sitzen. Deine Beiträge werden im Newsstream konsumiert. Nur 3% der Facebook-Nutzer besuchen Pages.

Der normale Nutzer klickt nicht gern auf einen kryptischen Link

URL-Kürzer sind irgendwann aus der Bequemlichkeit von Twitter zu Facebook geschwappt. Häufig wird damit argumentiert, dass man somit auch die erzielten Klicks ausgeliefert bekommt. Dies ist richtig, gilt allerdings auch für den Wettbewerb. Die Bitly-Statistiken kann man durch ein Hinzufügen eines „+“ am Ende der URL einsehen. Jeder kann dies – aber der Marktbegleiter.

Normale Besucher, wie z.B. Deine Eltern werden nicht wissen, was dieser Bitly-Dings ist. Hand aufs Herz – so richtig seriös sieht das auch nicht aus, oder? Man kann es etwas ausbessern, indem man den Link „selbstsprechend“ gestaltet (bit.ly/HierstehtmeinFirmenname). Etwas eleganter geht es, sofern man Google Analytics im Einsatz hat, über die UTM-Terms. Ein Generator dafür bietet Google an. Du bekommst den Traffic in den Statistiken unter dem Punkt „Kampagnen“ angezeigt.

Timing ist wichtig

Ein Evergreen! Das Timing ist immens wichtig und Du musst dann auch bereit sein, Deinen hochgepriesenen Redaktionskalender über Bord zu werfen! Wenn irgendein Großereignis an dem Tag stattfindet, ist die Konkurrenz zu groß. Wenn Du gegen das 3-Fache der sonst üblichen Postings konkurrieren musst, verbrennst Du Dir Deine Inhalte. Dies ist die technische Seite, denn Facebook berechnet über den Newsfeed-Algorithmus Deine Sichtbarkeit.

Auf der anderen Seite interessiert es Deinen Leser nicht. Dies gilt nicht nur für Facebook, sondern auch fürs Bloggen. Wenn z.B. ein dramatisches Ereignis geschieht, überlege Dir gut, ob Du wirklich rausgehen willst oder ob das Thema eventuell noch einen Tag liegen bleiben könnte.

Einzigartige Texte mit eigenen Bildern

Facebook ist nicht Twitter und der Newsfeed ist ein komplexes Gebilde. Es macht daher keinen Sinn, sich in seinen Zeichen einzuschränken und extrem knappe Texte zu verfassen. Es gibt sicher kein Allheilmittel, aber dass Facebook den Inhalt nach Schlüsselwörtern wie Ort, Namen und Marken im Text scannt, um den Text dann noch präziser ausliefern zu können, sollte man im Hinterkopf behalten.

Facebook prüft, ob der Inhalt einzigartig ist. Über die Bilder läuft ein Algorithmus, der erkennt, ob das Bild neu ist oder schon 1000x eingestellt wurde (Meme Bilder z.B.). Einzigartige Bilder haben einen höheren Stellenwert im Algorithmus. Falls Menschen zu erkennen sind, gibt es hier noch einen kleinen Bonus.

Keine Benachteiligung durch Drittanbieter

Ein Dauerbrenner nach der Frage, ob Inhalte, die über Drittanbieter wie Buffer, Hootsuite oder 247GRAD CONNECT reinkommen, schlechter bewertet werden: Nein werden sie nicht. Facebook tut auch gut daran, dies nicht zu ändern. Du kannst also ganz beruhigt Deine Beiträge weiterhin über eine externe Plattform planen. Dieses Ökosystem wird auch in Zukunft beibehalten.

Große Bilder verwenden

Mit dem Update auf das neue Newsfeed-Design haben sich auch die Dimensionen geändert. Facebook empfiehlt eine Bildgröße von 1200×1200 Pixel oder größer! Das Verhältnis des Bildes ist 1:1. Das Wichtigste Deines Bildes sollte in der Mitte sein, denn auf mobilen Endgeräten, kann es schon mal vorkommen, dass in der Vorschau etwas abgeschnitten ist.

Der Algorithmus für den Newsfeed wird täglich überarbeitet

Facebook überarbeitet seinen Newsfeed täglich. Viele Änderungen werden wir davon gar nicht wahrnehmen. Auch Google z.B. ändert/ schraubt permanent an seinen Berechnungen, um Treffer auszuliefern. Für beide Netzwerke gilt: Wir bemerken nur die größeren Änderungen.

Mobile first

Wie wir gelernt haben, sind wir Typen aus dem Social Media Umfeld die Ausnahme. Es werden regelmäßig Statistiken darüber veröffentlich, welchen immensen Einfluss mobile Endgeräte auf Facebook haben. Dies sollte man in seiner Gestaltung durchaus berücksichtigen. Aber auch hier gilt: Brecht nicht alles über das Knie.

Abschließend

Wenn Du diese Tipps zumindest im Hinterkopf behältst, wird Dir die Arbeit mit Facebook sicher leichter fallen. Es wird immer wieder Beiträge geben, die einfach nicht rundgehen wollen. Versuche, Dich von diesen Misserfolgen gedanklich zu lösen und mache weiter. Natürlich solltest Du schauen, welche Inhalte nicht gehen und Dich ggf. selbst analysieren – aber es ist eben auch von vielen externen Einflüssen abhängig.

Gute Inhalte befeuere ich übrigens mit Werbung. Es macht keinen Sinn, Beiträge zu bewerben, die auch ohne Werbung niemanden interessiert haben.

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